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Nieskyer bangen um ihre Sauna

Keine guten Zeiten für das Schwitzdorado am Waldbad. Die Betreiberin hat den April zum Probemonat erklärt.

Klein und fein ist die Nieskyer Sauna am Waldbad. Katrin Natusch (links) macht vieles für ihre Gäste möglich. Aber sie müssen auch kommen, damit die Sauna betriebsfähig bleibt.
Klein und fein ist die Nieskyer Sauna am Waldbad. Katrin Natusch (links) macht vieles für ihre Gäste möglich. Aber sie müssen auch kommen, damit die Sauna betriebsfähig bleibt. © André Schulze

Eine der regelmäßigen Saunagängerinnen ist Brünhild Fischer. „Einmal die Woche gehe ich in die Sauna am Waldbad, auch im Sommer“, sagt die Nieskyerin. Vom Auf und Ab um die Sauna bekommt sie dadurch viel mit. Auch dass man allein davon nicht leben kann. 

Damit meint sie Katrin Natusch. „Man merkt ihr die Freude an der Arbeit an, sie macht vieles für ihre Kunden möglich und ich komme auch wegen ihr gern hierher“, erzählt Brünhild Fischer.

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Mit Sorge sieht sie dem Sommer entgegen. Genauso wie die Betreiberin. Im Juli und August ist die Sauna nur an zwei Tagen die Woche offen. „Es lohnt sich nicht, die Sauna zu betreiben, wenn keiner kommt. Da sind die Betriebskosten höher als die Einnahmen“, sagt Katrin Natusch. Aber ganz schließen will sie auch nicht, um ihre Stammbesucher nicht zu verprellen. „Manche Nieskyer kommen seit 30, 40 Jahren. Sie würden nicht verstehen, wenn für immer zu ist.“ Das will sie eigentlich vermeiden, denn was einmal geschlossen wird, öffnet dann meistens auch nicht mehr.

Im Grunde geht es darum, dass Katrin Natusch ihren Lebensunterhalt allein mit der Sauna nicht bestreiten kann. Das sieht auch Brünhild Fischer so. Das brachte sie zusammen mit zwei weiteren Sauna-Besucherinnen Anfang des Jahres bei einem Gespräch mit der Oberbürgermeisterin zum Ausdruck. „Wir hoffen, dass sich doch noch eine Möglichkeit findet, für die Saunabetreiberin einen Nebenjob über den Sommer zu ermöglichen“, so die Nieskyerin.

Wie Katrin Natusch bestätigt, ist inzwischen Bewegung in die Sache gekommen. Wilhelm Fischer als Geschäftsführer der Bürgerhaus GmbH hat ihr in Aussicht gestellt, dass sie eine Anstellung bekommt und im Kiosk am Waldbad die Versorgung der Gäste mit übernimmt. „Das würde mir finanziell helfen, die Sauna weiter offen zu halten“, so Frau Natusch.

Den April hat sie für sich zum Probemonat erklärt. Um Einnahmen und Betriebskosten im Gleichgewicht zu halten, musste sie schon den Eintrittspreis um 2,50 Euro anheben. Ein Saunabesuch kostet seit Monatsanfang somit 14,60 Euro. „Mir sind die ersten Leute schon abgesprungen, denen das zu teuer ist“, berichtet die Betreiberin. 

Deshalb sei mit dem jetzigen Preis die Schmerzgrenze erreicht. „Aber ich musste es tun, um über die Runden zu kommen“, beteuert sie. Ob ihr das im April gelingen wird, davon hängt die Zukunft der Waldbadsauna ab. Katrin Natusch überlegt, ob sie schon ab Mai nur noch an zwei Tagen die Woche öffnet.

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