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Görlitz

Nieskyer Einbruchsserie vor Gericht

Einem 48-Jährigen wird vorgeworfen, in 20 Wohnhäuser eingebrochen zu sein. Die Beweislage scheint erdrückend. 

Das Landgericht in Görlitz.
Das Landgericht in Görlitz. © Foto: Jens Trenkler

Die Verlesung der Anklage dürfte diesmal etwas länger dauern: Dem heute 48-jährigen Nieskyer Tilo L. wird vorgeworfen, zwischen Oktober 2017 und August 2018 in Niesky und Umgebung in 20 Wohnhäuser eingebrochen zu sein, um dort Wertgegenstände mitzunehmen. Die Verhandlung vor dem Landgericht Görlitz beginnt am Montag 9.30 Uhr.

Betroffen waren laut Anklage etliche Einfamilienhäuser in Niesky, Hohendubrau (Ortsteile Gebelzig und Groß Radisch), Waldhufen (Ortsteile Diehsa, Jänkendorf und Nieder Seifersdorf), Vierkirchen (Ortsteil Prachenau) und Kodersdorf. Bei seinen Einbrüchen soll der Angeklagte die Wohnhäuser gewaltsam aufgebrochen haben und unter anderem Bargeld, Schmuck, Münzen und andere Wertgegenstände mitgenommen haben.

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Zwei Fälle der Anklage stechen aufgrund des Wertes des Diebesgutes besonders heraus: Bei einem Einbruch in Diehsa am 16/17. Oktober 2017 soll der Nieskyer Wertpapiere und Bargeld im Gesamtwert von rund 30 000 Euro entwendet haben. Und um den 15. Juni 2018 soll er aus einem Wohnhaus in Jänkendorf Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von mehr als 10 000 Euro entwendet haben.

Auf die Spur gekommen sein sollen die Ermittler dem Angeklagten unter anderem über die Auswertung der Funknetzdaten. Einmal, im April 2018, soll er von Polizisten in Stannewisch sogar auf frischer Tat bei einem Versuch ertappt worden sein, was aber erstaunlicherweise nicht das Ende der Diebesserie bedeutete.

Die Beweislage erscheint erdrückend. Es gibt DNA-Spuren an mehreren Tatorten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung beim Tatverdächtigen hatten die Ermittler weitere Beweismittel (auch Diebesgut) gesichert, meldete die Polizei am 5. Dezember 2018. Der Stehlschaden belief sich nach damaliger Meldung auf einen nahezu sechsstelligen Betrag. Allerdings berichtete die Polizei damals auch die Aufklärung von insgesamt 56 Straftaten. Angeklagt sind jetzt 20 Wohnungseinbrüche. Motiv für die Taten soll die Finanzierung der Spielsucht des Angeklagten gewesen sein. Der Mann sitzt seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft.

Für die Geschädigten ist das Empfinden, dass Fremde in den höchst privaten Bereich eingedrungen sind, oft viel schlimmer als der tatsächliche Wertverlust. Viele von ihnen werden voraussichtlich als Zeugen aussagen. Experten rechnen mit einem längeren Verfahren. Zunächst ist ein weiterer Verhandlungstag am 27. Mai angesetzt.