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Niesky

Nieskyer geben kleinen Märkten den Vorzug

Die Auswahl zum Einkaufen ist in der Stadt groß. Doch Kunden haben ihre ganz eigenen Vorstellungen über ihren Lieblingsmarkt.

Die Auswahl an Einkaufsmärkten ist über Niesky hinaus groß. Die Kunden wollen es darin aber überschaubar haben.
Die Auswahl an Einkaufsmärkten ist über Niesky hinaus groß. Die Kunden wollen es darin aber überschaubar haben. © Oliver Berg/dpa; Montage: SZ-Bildstelle

Ursula und Manfred Koch fahren gern nach Niesky zum Einkaufen. Für das Rentnerehepaar ist in der Stadt alles erhältlich, was man früher als „Waren des täglichen Bedarfs“ bezeichnet hat. Beide wohnen in Melaune und sind froh darüber, dass es in ihrem Heimatort auch noch zwei Läden gibt, wo man das Notwendige zu kaufen bekommt. „Den Wochenendeinkauf erledigen wir aber lieber in den Märkten“, sagt die 78-Jährige. Aber nicht in den großen Supermärkten wie am Görlitzer Stadtrand, sondern in den kleineren, wie in Niesky an der Horkaer Straße. „Diese Märkte sind in ihrer Größe überschaubar und das Angebot lässt sich besser erfassen. Wir wissen ja, was wir benötigen, da braucht es nicht noch X andere Artikel mit demselben Inhalt“, erzählt die Seniorin.

Damit bestätigt Ursula Koch einen Trend im bundesdeutschen Kaufverhalten. Die Kunden bevorzugen kleinere und mittlere Märkte, denn sie fühlen sich in Großmärkten schlichtweg überfordert mit dem dort präsentiertem Warenangebot. Manfred Koch, der gerade die im Nieskyer Aldi gekauften Lebensmittel im Kofferraum seines Autos verstaut, sagt, dass er mit seiner Frau lieber in die Märkte geht, die zudem seniorengerecht eingerichtet sind. Denn nach dem Aldi-Besuch will der 81-Jährige mit seiner Gattin noch nach nebenan zu Edeka, in den „Markt der Generationen“.

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Die Marktleitung hat dort das Ehepaar Schulze inne. Dass Kunden Märkte in ihrem Format bevorzugen, diese Erfahrung hat Frau Schulze noch nicht gemacht. Sie weiß aber, was ihre Kundschaft will: Eine ansprechende und übersichtliche Warenpräsentation und Personal, das den Kunden beratend zur Seite steht. „Findet ein Kunde seinen Artikel nicht, so wird er von einer Mitarbeiterin an das Regal geführt, wo die Ware steht“, sagt die Marktleiterin. Das ist für alle ihre Beschäftigten Gesetz.

Dass Edeka mit breiteren Gängen und Lupen am Regal aufwartet, das zählen Kochs unter „seniorenfreundlich“. „In den Großmärkten wie Kaufland und Marktkauf kommt man sich als Kunde manchmal richtig verloren vor. Und ehe Personal für einen Zeit hat, vergehen mitunter doch einige Minuten“, berichtet Ursula Koch von ihren Erfahrungen. Im Rothenburger Edeka fühlen sich beide viel besser aufgehoben. „Wenn wir in Rothenburg einen Arzttermin haben, gehen wir immer dort gleich mit einkaufen“, verrät Manfred Koch. „Rothenburg begeistert uns, weil der Edeka übersichtlich ist, wir dort alles bekommen und das Personal freundlich und zuvorkommend ist.“

So ein Lob hört Birgit Renner gern. Sie ist stellvertretende Marktleiterin im Rothenburger Edeka. Aus Kundengesprächen ist ihr bekannt, dass vor allem die Senioren lieber in solchen Märkten einkaufen wie in ihrem, der zudem ebenfalls ein sogenannter Vollsortimenter ist. „Es wird schon Wert darauf gelegt, dass unmittelbarer Kontakt zum Personal besteht und die gesuchten Waren schnell zu finden sind“, erzählt die Verkäuferin. Natürlich gehören auch ein kurzer oder längerer Schwatz unter Kunden und eine gewisse familiäre Atmosphäre zum Einkaufen, das Vergnügen bereiten soll und keinen Stress. Die Jugend tickt da aber etwas anders, sagt Birgit Renner. „Sie sind mobiler und spontaner. Dass sie wie die älteren zum großen Wochenendeinkauf kommen, ist nicht die Regel.“

Die junge Kundschaft legt aber genauso Wert auf eine Einkaufskultur wie die älteren Generationen. Das haben inzwischen auch die Discounter erkannt. Neben Aldi gibt es in Niesky noch Netto und zweimal Penny. Auch sie partizipieren an dem gestiegenen Kundeninteresse an kleinen und mittleren Einkaufsmärkten. Und das ist nicht nur in Niesky sichtbar. Der Penny in der Rothenburger Straße wird vergrößert, um für die Kunden eine ansprechendere Warenpräsentation zu gewährleisten. Das gleiche haben Aldi und Edeka an der Horkaer Straße vor, auch wenn es gegenwärtig ruhig geworden ist um die baulichen Vergrößerungen. In Rothenburg will Netto gänzlich neu bauen und auch für den Einkaufsmarkt in Niesky wird es von Netto irgendwann sicher Veränderungen geben.

Geht die Entwicklung so weiter, dann bleibt die Stadt Niesky nicht nur für Kochs aus Melaune für den Einkauf attraktiv. Und sie entdecken dabei vielleicht, dass Niesky noch mehr schöne Geschäfte als nur Lebensmittelmärkte hat

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