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Nieskyer wollen Schlussverkauf gemeinsam starten

Längere Öffnungszeiten am Herbstfestsonnabend, ein langer Verkaufsabend vor dem Feiertag am 3. Oktober: Es gibt viele Ideen am Händlerstammtisch.

© André Schulze

Von Carla Mattern

Stadtkrug-Wirt Peter Fink serviert Apfelschorle und Hefeweizen gut gekühlt an diesem heißen Mittwochabend. Die Männer und Frauen sitzen trotz der Schwüle eng nebeneinander am Tisch. Haben sie den intuitiv gewählt, weil an der längeren Tafel die leeren Stühle auffallen würden? Oder fühlen sich die Anwesenden schon so eng mit ihrem gemeinsamen Projekt Händlerstammtisch verbunden?

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Während Martina Neumann von der Modeboutique an der Ödernitzer Straße aufzählt, wer alles gerne dabei sein würde, aber an diesem zweiten Händlerstammtischtermin nicht kann, wird klar, dass das Interesse an dieser Form der Zusammenarbeit groß ist. Und klar wird auch, dass die zwanglose Runde ohne Vereinsverpflichtung ernst genommen wird. Denn Spielzeughändler Helmut Schleuder hat Händlerstammtisch-Moderatorin Martina Neumann angesprochen. Am Herbstfest-Sonnabend wollen die Händler von der Horkaer Straße länger öffnen als üblich und fragen an, ob nicht möglichst viele andere Nieskyer Händler das ebenso machen wollen. Der Händlerstammtisch ist der Ort, an dem so etwas angesprochen und diskutiert wird.

Länger öffnen zu bestimmten Anlässen und Kunden aus Niesky und den umliegenden Orten das Einkaufsbummeln in Niesky wieder schmackhaft machen, darauf hatten sich die Händler bereits bei ihrem ersten Treffen verständigt. So überrascht auch nicht, das Beate Radisch von der Weinhandlung Flicke an der Görlitzer Straße sagt: „Ich hab sowieso offen.“ Frank Hilbig von M&H Expert erinnert an seine Worte vom Termin im Mai. „Wenn eine gewisse Einigkeit herrscht, sind wir dabei“, sagt der Geschäftsführer. Er hat dieses Mal Plakate mitgebracht. Mit denen wurde in Weißwasser geworben, zum Ostereinkauf und zum Einkauf im Lichterglanz. Der Nieskyer Expert hat auch ein Geschäft in Weißwasser und damit Erfahrungen gesammelt, wie in Weißwasser gemeinsame Aktionen organisiert werden. Der große Unterschied: In Weißwasser gibt es im Rathaus einen Ansprechpartner für die Händler und regelmäßige Kontakte beispielsweise vor Stadtfesten oder auch Informationen zu verkaufsoffenen Sonntagen. Die Idee mit den Plakaten finden die Nieskyer Händler auch gut. Adina Pohl vom Uhren- und Schmuckgeschäft in der Lehrergasse findet gut, wenn jeder Händler für eine gemeinsame Aktion in seinem Schaufenster wirbt. Dann sehen die Nieskyer, wer alles dabei ist. Und Kunden aus den Dörfern werden mit Plakaten informiert, die in den Orten hängen werden. Zum langen Einkaufsabend am 2. Oktober soll das ausprobiert werden. Wie viel Geld das Drucken und Verteilen der Plakate kostet? Ein neues Gesicht in der Runde, der Unternehmer und neue Stadtrat Armin Menzel, fragt kurzerhand per Smartphone nach. So haben die Händler eine ungefähre Preisvorstellung. Das ist wichtig, denn in den nächsten Tagen gehen Stammtisch-Diskutierer wie Manuela Günzel vom „Hautnah“-Geschäft in der Horkaer Straße, Drogist Jörg Franke von der Görlitzer Straße und Schuhhändlerin Gudrun Lehmann von der Poststraße herum und fragen Händler, die nicht mit am Stammtisch sitzen, ob sie die Aktion am 2. Oktober mittragen.

Relativ kurzfristig will dagegen Martina Neumann die Textilanbieter in der Stadt dafür gewinnen, dass in Niesky der Sommerschlussverkauf gemeinsam gestartet wird.

Nächster öffentlicher Händlerstammtisch am 15. Juli, 19 Uhr, in der Weinhandlung Flicke, Görlitzer Straße 15.