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Nikolausfest-Jubiläum mit Fernseh-Rekord

Goldene Gans, Glühwein, Lichterglanz und kleine Züge. Das Fest in Pulsnitz hatte viel zu bieten. Auch eine Demo.

Von Frank Sühnel

Auch zum 50. Jubiläum saß der Namensgeber des Festes wie immer in seinem Holzhäuschen und schrieb fleißig die Wünsche der Kinder auf. Die haben sich im Gegensatz zum Fest selbst mit den Jahren gewandelt. Smartphones oder Spielkonsolen gab es früher eben einfach nicht…

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Spannende Einblicke auch in der Modelbahnausstellung, die erstmals in der Kunsthalle stattfand. So war mehr Platz und vor allem konnten erstmals auch Rollstuhlfahrer die Schau besuchen. Foto: Matthias Schumann
Spannende Einblicke auch in der Modelbahnausstellung, die erstmals in der Kunsthalle stattfand. So war mehr Platz und vor allem konnten erstmals auch Rollstuhlfahrer die Schau besuchen. Foto: Matthias Schumann
Von wegen Laien! Nur einmal im Jahr kommt die Laienspielgruppe zusammen – aber längst ist das sehr, sehr professionell. Foto: Frank Sühnel
Von wegen Laien! Nur einmal im Jahr kommt die Laienspielgruppe zusammen – aber längst ist das sehr, sehr professionell. Foto: Frank Sühnel

Bei seiner Schreibarbeit kam Nikolaus gar nicht dazu, sich ins Gedränge zu stürzen und zu schauen, was es so zu erleben gab auf dem Nikolausfest auf dem Pulsnitzer Marktplatz – und das war allerhand. Wobei, etwas war dieses Jahr doch anders: es gab keinen Riesenstollen. Die Bäcker Carola Götz, Ronny Wehofsky und Rico Ziegenbalg hatten Lust auf etwas anderes. Ein Riesenstrudel war es diesmal, ob seiner Gewürze aber auch geeignet, Weihnachtsgefühle hervorzurufen. Und die Pulsnitzer zeigten sich offen für diese Novität, innerhalb kürzester Zeit war der Strudel verkauft. Sehr zur Freude der Pulsnitzer Grundschüler, denen der „Strudelpfennig“ diesmal zugute kommt. So rückt die Finanzierung ihres Skilagers weiter in die Nähe.

Höhe- und Glanzpunkt des Festes ist stets der Auftritt der Pulsnitzer Laienspielgruppe. Die bringt ihr Stück inzwischen so souverän auf die Bühne, dass sich der Zuschauer wundert, dass diese Gruppe nur zu diesem einen Anlass im Jahr auftritt. Das Märchen von der „Goldenen Gans“ stand diesmal auf dem Programm. Regisseurin Undine Reiß hatte es inszeniert und mit viel Fantasie und mit Witz ein flottes Schauspiel hinbekommen. Nicht nur die Kinderaugen leuchteten beim Happy End, auch auf den Gesichtern der erwachsenen Zuschauer zeigte sich entspanntes Lächeln. Woran der aufgedrehte Narr, der respektlos seine Possen trieb, nicht ganz unschuldig war. Der Tunichtgut setzte sogar – frech, wie er nun einmal sein muss – der Regisseurin beim Gruppenfoto nach der Vorstellung mit den Fingern Hörner auf. Der Applaus war lang und herzlich. Berechtigt. Und die Mitglieder der Laienspielgruppe kommen in den Genuss einer kleinen Extrabelohnung. Denn die Pulsnitzer haben es geschafft, die Tagesaufgabe des MDR, er berichtete live im Radio und im Sachsenspiegel im Fernsehen, zu bewältigen. Gefordert war eine Menschenkette vom Markt über die Großröhrsdorfer und Wittgensteiner Straße wieder zum Markt und ein am Anfang leerer Sack sollte weiter gereicht und am Ende mit Pfefferkuchen gefüllt sein. Das gelang, der Gewinn dafür sind 50 Eintrittskarten für den Dresdner Weihnachtszirkus und die kommen den fleißigen Theatermachern und den ehrenamtlichen Helfern des Festes zu. Die Pfefferkuchen nahmen die Medienleute auch nicht mit in die Redaktionen, obwohl sich die Journalisten dort sicher darüber gefreut hätten, sondern verteilten sie auf dem Markt. Im Rahmen des 50. Nikolausmarktes ehrte Bürgermeister Peter Graff (FDP) zudem ehemalige ehrenamtliche Helfer des Festes mit einer Medaille.

Neu war auch, dass es auf dem Nikolausfest zu einer Minidemonstration kam. Der Pulsnitzer Holger Längert hielt ein Transparent mit der Aufschrift „Bücherei Ja!“ in den von bunten Lichtern erleuchteten Abendhimmel und verteilte ein satirisches Gedicht zum drohenden Aus der Bibliothek an die Gäste. Es blieb friedlich, die Polizei musste nicht eingreifen, die Wasserwerfer blieben ob der unangemeldeten Demo im Depot…

Ein anderes herausragendes Ereignis des Nikolausfestes war die Modellbahnausstellung in der Ostsächsischen Kunsthalle. Diese Ausstellung feierte ihr 20. Jubiläum und tat das mit bisher ungekannter Größe. 17 Modellbahnanlagen mit über 300 Metern Gleis der Spuren N bis H0 durchzogen die Halle. Wo sonst Skulpturen stehen, sausten die Loks, an den Wänden hingen statt Ölgemälden oder Grafiken Eisenbahnfotos. Die RSK-Modellbahnfreunde (Röder-Schubert-Kunze, die Gründer dieser Tradition) hatten jedenfalls keinen Aufwand gescheut. Ein Lohn waren Rekorde bei den Gästezahlen. Mitorganisator Reinhard Kanzog schwärmte davon, wie viel Platz es gab, vor allem auch für die Zuschauer, sodass Schauen ohne Gedränge möglich war. Und etwas freute die Modellbahner besonders: „Wir konnten, was im Museum leider nicht möglich war, auch behinderte Gäste empfangen“, so Kanzog.

So war das 50. Nikolausfest wie stets ein entspanntes, gemütliches Ereignis im Licht schummriger Weihnachtsbeleuchtung. Mit Dresdens Millionen Lichtern kann es sich natürlich nicht messen. Dafür kostet der Glühwein auch nur die Hälfte…