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Nilgänse schnattern jetzt in Wachau

Die in unseren Breiten seltenen Vögel haben sich an einem Wachauer Fischteich eingerichtet. Manchmal machen sie richtig Krach.

© Wikipedia

Von Rainer Könen

Wachau. Die Exotik hat nun auch in Wachau Einzug gehalten. Seit etwas mehr als zwei Wochen halten sie sich am Teich von Fischwirt Frank Herrich auf: bunt gefiederte afrikanische Nilgänse.

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Ehefrau Renate hatte gestaunt, als sie die Vögel unweit ihres Hauses sah. „Solch ungewöhnlich aussehende Gänse hatte ich zuvor noch nie gesehen“, so die Wachauerin. In der Tat ist deren Aussehen bemerkenswert. Markant ist der dunkle Augenfleck, auffällig die langen Beine, der Schnabel ist rot, die Halskrause rostbraun und das Gefieder mit seinen dunkelbraunen, weißen und smaragdgrünen Flecken recht farbenfroh. Gänserich und Gänsemutter sind in Wachau nicht alleine. Gemeinsam mit ihren vier Küken haben sie sich unweit des Fischteiches, sagen wir es mal so, kommod eingerichtet. Nach Einschätzung von Renate Herrich „machen die einen zufriedenen Eindruck“. Was sicher mit dem dort recht üppigen Nahrungsangebot zusammenhängt. Nilgänse schätzen gewässernahe Gebiete mit Grasflächen. Davon gibt es rings um den Wachauer Fischteich genug. Ein Blickfang seien die Vögel, so Renate Herric,h und wenn die zwischen der nahegelegenen Orla und dem Fischteich herumwatschelten, sehe das „überaus drollig aus“. Bereits in diesem Frühjahr seien diese Vögel an ihrem Fischteich aufgetaucht. „waren jedoch nur kurz hier“, sagt Renate Herrich, die sich natürlich fragt, wie es diese Vögel hierher verschlagen habe.

Zunehmende Population in Europa
Ursprünglich stammen die Vögel aus Afrika, wurden seit dem 17. Jahrhundert in Europa in Parks und Zoos als Ziervögel gehalten. Viele der heute vorkommenden Nilgänse stammen von geflohenen oder ausgesetzten Vögeln ab. In Europa breiten sie sich zunehmend aus, auch in Deutschland. Bei den Landwirten sind diese Vögel nicht beliebt, fressen sie sich doch auch auf Ackerflächen satt, zerstören oftmals die Ernte. In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr rund 150 Brutpaare registriert, dort werden sie seit drei Jahren auch bejagt. In der Oberlausitz seien diese Vögel noch sehr selten, erfährt man von Herbert Schnabel, der beim Nabu Sachsen tätig ist. Diese sehr robusten und auch anpassungsfähigen Nilgänse, so Schnabel, bleiben bei milden Wintern auch in ihren Quartieren weit nördlich des Nils.

Ob die Wachauer Gänse so lange bleiben, ist natürlich die Frage. Vorerst jedenfalls erfreut sich das Ehepaar Herrich und die vorbeiflanierenden Wachauer am Anblick dieses seltenen Gänsepaares samt des noch nicht flugfähigen Nachwuchses.

Sie beobachte diese faszinierenden Vögel jeden Tag, so Renate Herrich. Die könnten manchmal „mächtig Krach machen“, meint sie, wenn man ihnen zu nahe komme oder ihnen irgendwas nicht passe. Aber das komme ja nicht oft vor, so die Wachauerin, die es genießt, den afrikanischen Nilgänsen, die Wachau ein wenig exotischer machen, beim Grasen zuzuschauen.

Allerdings, das steht für sie fest: Namen werde sie den Gänsen keine geben. Denn, so die Wachauerin, „wer weiß denn, wie lange die hier noch bei uns bleiben“.