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Nils Petersen und eine Kiste Bier

Dem früheren Lausitzer gelingt mit einem Hattrick ein Super-Debüt beim SC Freiburg.

© dpa

Von Christoph Ruf

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Nils Petersen schwebte nach seinem Hattrick beim 4:1 (0:1) des SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt förmlich auf Wolke sieben. „Fußball ist manchmal echt unbeschreiblich und wunderschön. Er ist so schnelllebig, und diesen goldigen Moment muss ich deshalb einfach genießen“, sagte der Angreifer, der erst als achter Spieler in der Bundesliga-Geschichte einen Hattrick als Joker erzielte. Offenbar passt Petersen das neue Trikot im Breisgau. „Wenn ich von den Jungs solche Vorlagen bekomme, dann ist es für jeden Stürmer einfach“, sagte Petersen. „Jetzt mal übertrieben: Da hätte man auch eine Kiste Bier vorne reinstellen können, die hätte die drei Dinger vielleicht auch gemacht“, fügte der frühere Torjäger von Energie Cottbus hinzu.

Als Anfang Januar durchgesickert war, dass er von den mitabstiegsgefährdeten Bremern nach Freiburg wechseln würde, war der Jubel groß. Bis zur Winterpause hatte von den 17 Toren des SC nur ein einziges ein etatmäßiger Stürmer geschossen (Admir Mehmedi). Mit Petersens Hattrick löste die Neuverpflichtung bei den Freiburger Fans zusätzliche Freude aus.

Dabei bat er zuvor noch um Geduld: „Weder in Bremen noch hier kann man erwarten, dass mit zwei Transfers alles gut ist. Aber klar: ich versuche schon, Qualitäten einzubringen.“ Und er hatte gewichtige Gründe für eine derartige Zurückhaltung. In der Vorbereitung offenbarte Petersen noch deutliche Probleme damit, das System von Trainer Christian Streich zu verinnerlichen. Konsequenterweise saß er zu Beginn nur auf der Ersatzbank, bibberte bei Eiseskälte in der dicken Trainingsjacke. „Noch viel mehr als seine Tore habe ich mich darüber gefreut, dass er als Vorbild aufgetreten ist“, sagte Streich. Ohne mit der Wimper zu zucken, habe Petersen nämlich seine Reservistenrolle hingenommen.

Freiburgs Manager Jochen Saier ist überzeugt, dass der ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig für Energie Cottbus zu einer Art Waffe für die Freiburger werden kann. „Er hat sich gut eingefügt, hat sehr engagiert trainiert und ist auf dem Platz viel unterwegs“, sagte Saier.

700 Kilometer nördlich dürfte man sich über einen Freiburger Sieg freilich weniger freuen, zumal es viele Beobachter komisch fanden, dass Werder einen seiner Angreifer zu einem unmittelbaren Konkurrenten verlieh. Der SC Freiburg hat zudem eine Kaufoption. Petersen selbst sieht das gelassen: „Jetzt setzt man in Bremen auf junge Spieler, das ist auch okay, ich hege da keinen Groll.“ (mit sid)

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