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Görlitz

Nistplätze in Reichenbach zerstört

Seit Jahrzehnten kümmert sich der Reichenbacher Joachim Weigel um die Höhlenbrüter im Niederhofpark. Jetzt machte er eine traurige Entdeckung.

Trauriger Anblick: die Reste von Nistkästen im Reichenbacher Niederhofpark. Noch ist nicht klar, wer sie zerstörte.
Trauriger Anblick: die Reste von Nistkästen im Reichenbacher Niederhofpark. Noch ist nicht klar, wer sie zerstörte. © privat

Joachim Weigel ist fassungslos und traurig. „Wer macht denn so was“, fragt er. Hintergrund für seinen und auch den Ärger der Anwohner ist blinde Zerstörungswut. Tatort: der Niederhofpark Reichenbach gleich neben dem ASB-Kindergarten. Mehrere Nistkästen für die Meisen, die Rotschwänzchen und andere kleine Höhlenbrüter wurden zerstört. Einzelteile lagen verstreut auf dem Erdboden.

Von Nachbarn wurde Joachim Weigel auf den Schaden aufmerksam gemacht. Vor Ort eingetroffen sah er das Malheur: Fünf Kästen waren kaputt. Die Polizei hat die Schäden dokumentiert. Dabei wurden drei weitere zerschlagene Nistkästen entdeckt. Wer für die zerstörten Häuschen verantwortlich ist, steht bisher nicht fest. Die Zerstörungen passierten ausgerechnet im März, wo die Vögel ihre Nester einrichten und mit dem Brüten beginnen. Acht Brutplätze gingen so kaputt, wurden von den Bäumen geholt und offensichtlich gewaltsam auseinander genommen. Übrig blieben nur die Holzteile.

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Insgesamt 16 Nistkästen hat Joachim Weigel im Niederhofpark aufgehängt und betreut die Brutplätze seit Jahrzehnten ehrenamtlich. Die Höhlen werden von den Tieren in der Regel gut angenommen. Der Reichenbacher ist Naturschutzhelfer im Landkreis Görlitz und hat sich in seiner Freizeit dem Schutz der heimischen Vogelwelt verschrieben. Seit 1986 widmet er sich dieser Aufgabe nun schon. Die ersten Nistkästen im Park baute er mit Kindern in einer ehemaligen Arbeitsgemeinschaft für den Naturschutz.

Heute ist Joachim Weigel Rentner. Er kümmert sich weiter um das Wohl der Luftikusse. Einen Teil der kaputten Nistkästen hat der Naturschützer nun wieder selbst repariert. Dass die Brutstätten zerstört worden sind, ärgert ihn sehr. Zumal jetzt in diesem Jahr in den Häuschen nur ein einziges Vogelpaar brüte. So wenige seien es noch nie zuvor gewesen. „Es sieht richtig trübe aus“, sagt er. Insgesamt werden 2019 bedeutend weniger Singvögel im Niederhofpark zu entdecken sein. Ob das mit den Vandalismusschäden oder mit den Umweltbedingungen wie der extremen Dürre im Vorjahr und aktuell – sowie einem geringeren Insektenangebot zusammen hängt, stünde nicht genau fest.

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Joachim Weigel jedenfalls wünscht sich, dass die Reichenbacher Einwohner in Zukunft ein bisschen mit aufpassen, dass die Nistkästen intakt bleiben. Schließlich nutzen Einheimische den öffentlichen Park auch gern für Spaziergänge. „Unsere Vögel brauchen unsere Hilfe“, mahnt Joachim Weigel.

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