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Nobles Wohnen am Neumarkt

Im Frieseneck erfolgt der Innenausbau. Bis Februar 2016 sollen die Wohnungen und Läden fertig sein.

© Sven Ellger

Von Bettina Klemm

Er selbst ist zwar der Typ fürs Häuschen am Stadtrand, aber dennoch gerät Sven Heyden regelrecht ins Schwärmen, wenn er von seinem Projekt Frieseneck am Neumarkt spricht. Die Frankfurter Firma MMZ Real Estate GmbH errichtet ihren Neubau mit der markanten Ecke an der Landhausstraße, unmittelbar neben dem British Hotel. Rund zwölf Millionen Euro gibt sie dafür aus.

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Modern und doch an die Bauten am Neumarkt angepasst. Ein Teil erhält eine historische Fassade.
Modern und doch an die Bauten am Neumarkt angepasst. Ein Teil erhält eine historische Fassade. © MMZ Real Estate GmbH
Von den großzügigen Maisonettewohnungen bietet sich ein Blick auf die Kreuzkirche und die Innenstadt.
Von den großzügigen Maisonettewohnungen bietet sich ein Blick auf die Kreuzkirche und die Innenstadt. © Sven Ellger

In der vergangenen Woche hatte Geschäftsführer Heyden die Baufirmen zum Richtfest eingeladen. „Wir arbeiten ausschließlich mit sächsischen Betrieben zusammen. Das klappt wunderbar“, sagt er. Der Rohbau ist längst abgeschlossen. In zwei Wochen sollen auch alle Fenster eingebaut sein. In mehreren Etagen stehen bereits die Trockenbauwände. Biberschwanzziegel für das Dach liegen bereit. In dieser Woche werden die Fußböden mit Estrich überzogen. 40 bis 50 Bauleute sind derzeit mit dem Innenausbau beschäftigt.

Der Eckbau gegenüber des Stadtmuseums erhält eine zeitgemäße Architektur, aber mit Putzfassade und geneigten Mansarddächern. „Die Fassaden des Gebäudes Landhausstraße 8 werden wir nach historischem Vorbild errichten“, erklärt Heyden. 1780 wurde das Haus mit den schönen Verzierungen ursprünglich gebaut. Wie fast alles am Neumarkt hat es die Bombenangriffe auf Dresden 1945 nicht überstanden. Nun werden auf der 810 Quadratmeter großen Fläche drei Häuser zu einem Komplex vereint. Heyden lobt die gute Zusammenarbeit mit der Gestaltungskommission und der Gesellschaft historischer Neumarkt. Sein Unternehmen habe schon viele Wohnungen gebaut, aber dies sei etwas Einzigartiges. Die MMZ Real Estate bereitet bereits ein weiteres Projekt in Dresden-Johannstadt vor und hofft, dass der Stadtrat dem Grundstücksverkauf zustimmt. Dann könnte das Bauen in Dresden nahtlos weitergehen.

Im Frieseneck entstehen 18 Wohnungen. Die beiden kleinsten haben je 71 Quadratmeter, die größte Wohnung im Dachgeschoss dehnt sich über 210 Quadratmeter aus. Zu den Wohnungen führt ein großzügig gestaltetes Eingangsportal. Im Erdgeschoss werden zudem drei Läden geschaffen. Die MMZ verhandelt mit Anbietern von Möbeln und Kunst. Zum Komplex gehört eine Tiefgarage mit 22 Plätzen.

Im Februar 2016, sagt Heyden, können die Bewohner einziehen. Eigentlich sollte das Bauprojekt schon in diesem Jahr fertig sein. Aber es gab einige Probleme mit den Kellergeschossen. Diese mussten aufwendig mit Stahlträgern gesichert werden. Das kostete mehr Zeit und Geld als erwartet.

Und noch etwas hat sich verändert: Ursprünglich sollten die Wohnungen einzeln verkauft werden. In den Prospekten zur Grundsteinlegung im Frühjahr vergangenen Jahres war von Preisen zwischen 4 700 und 5 400 Euro pro Quadratmeter die Rede. „Wir haben das Projekt inzwischen an einen Käufer veräußert, an die Pamera Real Estate Partners GmbH. In Kürze beginnen wir mit der Vermietung“, sagt Heyden. Erste Interessenten gibt es bereits. Einige nutzten auch das Richtfest, um sich umzusehen. Pamera wirbt auf seiner Seite bereits mit dem Dresdner Objekt.

Das Unternehmen hat sich auf die Betreuung von Immobilien-Investments vermögender Privatkunden und Stiftungen spezialisiert. Das noble Wohnen am Neumarkt hat seinen Preis. Die Kaltmiete pro Quadratmeter richtet sich nach der Etage und der Größe der Wohnungen. Die Mieten beginnen bei 13,50 Euro je Quadratmeter. Wer in eine 210 Quadratmeter große Maisonettewohnung ziehen will, muss dafür monatlich 3 780 Euro plus Nebenkosten aufbringen.

Zur Wohnung gehört eine sehr großzügige Terrasse mit Blick auf die Frauenkirche. Heyden schwärmt von der Wahnsinnsausstattung. Die Wohnungen verfügen neben Fußodenheizung unter dem Parkett auch über Fernkälte. Bei den aktuellen Temperaturen ist die Klimatisierung sicherlich sehr angenehm. Über ein I-Pad steuern die Bewohner Heizung, Licht und Sonnenschutz. In zwei, drei Jahren werden die Wohnungen auch ein würdiges Gegenüber haben. Die CG-Gruppe hat das Grundstück gekauft und errichtet an der Landhausstraße wieder das Palais Hoym.