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Noch ein Jahr Verspätung beim Neißeradweg

Dieses Jahr sollte die Lücke zwischen Ludwigsdorf und Zodel geschlossen werden. Das scheitert an den Fördermitteln.

Von Ingo Kramer

Im August war Amtsleiter Torsten Tschage vom Tiefbau- und Grünflächenamt für den Oder-Neiße-Radweg bei Ludwigsdorf noch optimistisch. „Wir streben einen Baubeginn im Frühling nächsten Jahres an“, erklärte er damals. Wenn das gelingt, sollte der Weg noch im zweiten oder spätestens im dritten Quartal 2014 fertig werden.

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Nun sieht die Welt schon wieder anders aus, denn die Fördermittel sind noch nicht da. Nach Auskunft von Tschages Mitarbeiter Svend Schmoll musste der Antrag beim Freistaat noch einmal aktualisiert werden: „Die Förderrichtlinie, die Formulare, aber auch die Kosten hatten sich über die Jahre geändert.“ Er geht von zehn bis 15 Prozent Preissteigerung aus. Über den alten Fördermittelantrag war im Übrigen auch noch nicht positiv entschieden, denn zum damaligen Zeitpunkt war der Grunderwerb noch nicht abgeschlossen. „Das aber ist seit vorigem Jahr erledigt“, bestätigt Schmoll. Seither konnte die Stadt den Fördermittelantrag überarbeiten und abstimmen. Diese Woche will sie ihn nun schließlich abschicken. „Wenn wir die Mittel bekommen, wird nächstes Jahr gebaut“, so Schmoll.

Die für den Bau zurückgelegten städtischen Eigenmittel von knapp 93 000 Euro hat der Verwaltungsausschuss im August freigegeben. Nach damaligem Stand der Kostenberechnungen schlägt der Bau mit 484 000 Euro zu Buche. Die Stadt hofft, dass 80 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen werden. Dann würde die Rechnung aufgehen, um den Radwegbau bezahlen zu können. Wenn ein positiver Fördermittelbescheid vorliegt, können die Stadträte endlich den Bau beschließen.

Der Streckenverlauf steht fest: Beginn ist in Ludwigsdorf an der Neißetalstraße, an der Ecke zum Platz der Einheit. Von da soll der Weg an die Neiße führen. Anschließend begleitet er den Fluss bis zur Gemarkungsgrenze Zodel. Dort hat die Gemeinde Neißeaue ihren Teil des Radweges schon im Jahr 2008 fertiggestellt. Er endet seither im Nichts. Mit dem Bau 2015 wäre die wichtigste Lücke des Oder-Neiße-Radweges im Stadtgebiet von Görlitz geschlossen – allerdings nicht die Einzige. Innerhalb von Ludwigsdorf läuft der Radweg derzeit auch auf Autostraßen. Daran wird sich laut Tschage so schnell nichts ändern. „Für weitere Abschnitte haben wir weder Eigentumsfragen geklärt noch den Bau vorbereitet“, erklärt der Amtsleiter. Eine Weiterführung sei erst mit der Einordnung in nachfolgende Haushaltsjahre möglich.