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Noch eine neue Kletterhalle

Das Kletterzentrum XXL an der Breitscheidstraße wird erweitert. Damit reagiert der Inhaber auf die wachsende Konkurrenz.

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© Visualisierung: XXL

Von Sophie Arlet

Suchend geht Konrad Schaarschmidts Blick nach oben und wandert an den bunten Griffen entlang. Schließlich hat er eine gute Stelle gefunden, packt zu und drückt sich mit den Beinen ab. Wieder ist ein halber Meter geschafft. Der 25-Jährige bereitet sich in der Kletterhalle XXL an der Breitscheidstraße auf die Saison vor. Bald hat er dafür noch mehr Möglichkeiten.

An der 16 Meter hohen Wand in Dobritz trainiert Konrad Schaarschmidt für den echten Felsen. In dem geplanten Anbau kann er bald noch höher hinaus.
An der 16 Meter hohen Wand in Dobritz trainiert Konrad Schaarschmidt für den echten Felsen. In dem geplanten Anbau kann er bald noch höher hinaus. © Christian Juppe

Bis zum Winter soll an das bestehende Zentrum eine weitere Halle mit neuer Kletterwand gebaut werden. In den nächsten Tagen will Inhaber Alexander Adler bei der Stadt den Bauantrag stellen und hofft, im August anfangen zu können. Die neue Wand soll 18 Meter hoch sein, zwei Meter höher als die jetzige. „An die neue Wand können Profis, aber auch Anfänger und Hobbykletterer“, so Adler.

Er betreibt das Kletterzentrum an der Breitscheidstraße seit 1995. Mittlerweile kann man in dem Hallenkomplex kegeln, Badminton und Squash spielen oder im Fitnessstudio die Muskeln stählen. Für Kletterer gibt es einen Boulderbereich – dort wird ohne Seil und Gurt geklettert – und mehrere Wände zum Seilklettern. Mit der geplanten Erweiterung reagiert Adler nun auf die wachsende Konkurrenz in Dresden.

An der Zwickauer Straße gibt es seit 2012 mit der Kletterarena eine weitere private Halle für Boulder und traditionelle Sportkletterer. Ganz in der Nähe hat Anfang dieses Jahres auf der Papiermühlengasse der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) eine Halle mit Vereinszentrum eröffnet. Das Projekt hatte bei den privaten Hallenbetreibern und Kletterern anderer Vereine für Kritik gesorgt. Denn die Stadt hat den Neubau mit über 400 000 Euro gefördert, die gleiche Summe kam vom Freistaat für die Vereinsräume dazu.

Auch Alexander Adler vom XXL bekommt Unterstützung. Allerdings von der Dresdner Sektion des Deutschen Alpenvereins, zu dem auch der SBB gehört. Nun investiert die Sektion rund 350 000 Euro in den Bau der neuen Kletterwand, die sie dann auch mit nutzen möchte. „An der Wand dürfen alle klettern, aber unsere Mitglieder zahlen weniger“, sagt der Vorsitzende der Sektion, Claus Lippmann. Insgesamt will Adler knapp zwei Millionen investieren. Die Gefahr eines Überangebotes in Dresden durch den Anbau sehen die beiden Kletterer nicht.

Der XXL-Chef will auch seine Spezialangebote ausbauen. Dazu gehört das therapeutische Klettern. „Wir sind gerade mit den Krankenkassen im Gespräch“, so der 46-Jährige. Auch der Familienbereich wird erweitert. Während die Eltern in Ruhe klettern können, werden die Kinder an einer extra Wand betreut. Außerdem sollen in der neuen Halle Wettkämpfe stattfinden. Langfristig will Adler ein Leistungszentrum an der Breitscheidstraße etablieren. In der Friedensstraße in der Leipziger Vorstadt plant er zudem eine Boulderhalle.

Der Anbau in Dobritz bekommt eine große Glasfront mit Schiebefenstern. „Die machen wir bei gutem Wetter auf, dann hat man fast das Gefühl, draußen zu sein“, stellt Adler in Aussicht. Das überzeugt auch Kletterer Konrad Schaarschmidt, den es im Sommer eigentlich eher in die Sächsische Schweiz zieht. „Der Vorteil am Hallenklettern ist, dass man weniger Aufwand und Risiko hat“, so der Student. Ins XXL kommt er, weil ihm dort die Routen am besten gefallen. An der neuen Wand gibt es für ihn dann viele neue Wege zu erklettern.