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Freital

Noch geht es aufwärts

Freital erweitert sein Angebot an Gewerbestandorten, hat aber auch einen Plan für die nächste Krise.

Da, wo die Lutherstraße Richtung Bahntrasse abknickt, sind sechs von acht Brücken verschwunden. Links und rechts davon erstreckt sich die Erweiterung des Technologieparks.
Da, wo die Lutherstraße Richtung Bahntrasse abknickt, sind sechs von acht Brücken verschwunden. Links und rechts davon erstreckt sich die Erweiterung des Technologieparks. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Brücken sind weg. Über der Lutherstraße zeigt sich ungewöhnlich viel Himmel. Links und rechts jedoch ist die Fahrbahn weiterhin eingefasst von großen Mauern, denn das alte Bahngelände liegt deutlich höher als die Straße. Dort, wo einst viele Schienenstränge lagen, sieht es heute aus wie in der Wüste. Die Flächen sind die nächste Erweiterung des Technologieparks Freital. F2a nennt Alexander Karrei das, was in der Grafik als bläuliche Flächen erkennbar ist.

© Grafik: SZ

„Die Nachfrage nach Gewerbestandorten ist nach wie vor sehr gut“, sagt der Geschäftsführer der TGF. Das Technologie- und Gründerzentrum Freital kümmert sich um die Erschließung. Der Technologiepark F2 ist komplett fertig, die Flächen sind verkauft, die meisten schon bebaut. Doch es geht weiter. Entlang der Bahnstrecke gibt es 33 000 Quadratmeter Fläche. Zwischen Bahn und bestehendem Technologiepark sind diese bereits erschlossen. Jetzt geht es weiter bis zur Wilsdruffer Straße, später noch bis zu r Porzelline.

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Der Abriss der alten Brücken über die Lutherstraße sei dabei nicht zwingend notwendig gewesen, so Karrei. „Aber wenn wir die Flächen gut verkaufen wollen, dann muss auch ringsrum alles picobello sein.“ Deshalb wurden insgesamt sechs Brücken abgebaut. Zwei blieben erhalten. Sie werden von der Bahn weiterhin gebraucht und wurden auch schon saniert.

Dort, wo von der Lutherstraße der Blick nun frei nach oben schweifen kann, werden am Rand gerade die Begrenzungsmauern instand gesetzt. Die Wände wurden stabilisiert, sandgestrahlt und die Mauerkronen mit Betonköpfen ordentlich abgeschlossen. Obendrauf wird noch ein Geländer gesetzt. „Wir haben uns da mit der Deutschen Bahn eng abgestimmt“, sagt Karrei. „Damit das optisch auch zusammenpasst.“ Ordnung und Sauberkeit sind ihm wichtig. Nicht, weil er ein Pedant ist, nicht zum Selbstzweck, sondern weil er sich als Dienstleister versteht.

Nördlich der Lutherstraße, also in Richtung Porzelline, entsteht gerade eine kleine Stichstraße, damit die einzelnen Grundstücke später auch mit Autos und Lkws zu erreichen sind.

 Die Erschließung der Flächen ist in vollem Gange. 
 Die Erschließung der Flächen ist in vollem Gange.  © Karl-Ludwig Oberthür

Für die Erschließung von F2a inklusive Altlastenbeseitigung sind 5,7 Millionen Euro veranschlagt. 4,2 Millionen kommen vom Freistaat, den Rest streckt erst einmal die Stadt vor. Sind alle Grundstücke verkauft, wird die TGF aus dem Erlös die 1,5 Millionen Euro an die Stadt zurückzahlen. So der Plan.

Dass das funktionieren kann, hat die TGF bereits einmal bewiesen. Was nicht heißt, dass es auch weiterhin so gut läuft. Doch Karrei ist zuversichtlich. „Wenn wirklich wieder eine Wirtschaftskrise kommt, und irgendwann ist das sicher der Fall, dann halten wir die Flächen“, sagt er. Ein fertiges Grundstück erzeuge kaum Kosten. „Und wenn es wirtschaftlich wieder aufwärtsgeht, haben wir sanierte Gewerbestandorte, die wir anbieten können.“ Dann sei Freital ganz vorn mit dabei.

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