SZ +
Merken

Noch kein Ersatz für gesprengte Automaten

Bahnreisende können immer noch keine Fahrkarten auf dem Bahnsteig kaufen. Die Deutsche Bahn hat reagiert.

Teilen
Folgen

Von Tina Soltysiak

Reisende, die in Oderwitz oder Neugersdorf in den Zug einsteigen möchten, können weiterhin keine Fahrkarten direkt am Bahnsteig kaufen. Die Automaten, die Ende Mai und Ende Juli in den beiden Orten von bisher unbekannten Tätern gesprengt wurden, sind noch nicht durch neue ersetzt worden. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) gestern auf SZ-Nachfrage erklärte, seien die Lieferzeiten für Automaten oder Ersatzteile durch die Zulieferindustrie zum Teil inzwischen sehr lang. „Denn in den letzten Monaten mussten wir im gesamten Bundesgebiet eine hohe Zahl an Aufbrüchen verzeichnen“, so die Sprecherin weiter. Allein in Sachsen gab es 15 Versuche, Fahrkartenautomaten der DB aufzubrechen. Aus diesem Grund kann die Konzernsprecherin keinen konkreten Termin benennen, ab wann die Bahnhöfe in Oderwitz und Neugersdorf wieder einen eigenen Automaten bekommen werden.

Die Deutsche Bahn hat auf die zahlreichen Anschläge auf ihre Fahrkartenautomaten reagiert und ihre Überwachungsmaßnahmen verstärkt: DB-eigenen Sicherheitskräfte und die Bundespolizei laufen häufiger Streife. Zudem gibt es verdeckte Ermittlungen. Wie diese Präventivmaßnahmen genau aussehen, gibt die DB-Sprecherin nicht bekannt, um den Tätern keinen Wissensvorsprung zu verschaffen.

Der Konzern bittet seine Kunden um erhöhte Aufmerksamkeit. Dies gilt insbesondere dann, wenn Öffnungen der Automaten mit Klebestreifen abgedichtet sind. Dies sollte umgehend gemeldet werden. Denn in mehreren Fällen haben die Straftäter die Automaten mit Gas gefüllt, um sie zu sprengen. Die Polizei weist auf eine theoretisch mögliche Gefahr hin, dass bei einer missglückten Sprengung das Gas noch im Automaten sein könne.

Ob auch bei den gesprengten Fahrkartenautomaten in Oderwitz und Neugersdorf Gas zum Einsatz kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz verwies auf die laufenden Ermittlungen und wollte aus diesem Grund keine näheren Informationen geben. Bekannt ist jedoch, dass in Neugersdorf der oder die Täter offenbar im Ausgabeschacht des Automaten eine selbstgebastelte Sprengvorrichtung gezündet hatten.