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Noch kein Grund zur Panik

Trotz der Einbußen durch die Corona-Krise nimmt das Handwerk- und Gewerbemuseum in Sagar noch in diesem Jahr drei Projekte in Angriff.

Tobias Falke, Reiner Voss und Werner Voss (von links) aus Winterberg im Sauerland bewundern die Holzschleifmaschine im Museum Sagar.
Tobias Falke, Reiner Voss und Werner Voss (von links) aus Winterberg im Sauerland bewundern die Holzschleifmaschine im Museum Sagar. © Rolf Ullmann

Eine kurze Stippvisite sollte er werden, der Zwischenstopp, den die drei Biker aus Winterberg im Sauerland am Mittwochnachmittag im Museum für Handwerk und Gewerbe eingelegt hatten. Doch es wird ein ausgedehnter Rundgang durch einige der Räumlichkeiten auf dem rund 2.000 Quadratmeter großen Museumsgelände daraus.

Zumal sich Gotthard Kreisel, der Vorsitzende des Fördervereins Museum Sagar, einmal mehr als der profunde Kenner der Vergangenheit und der Gegenwart des Museums schlechthin erweist. Natürlich kommt Gotthard Kreisel nicht umhin, auf die Probleme hinzuweisen, vor denen die Corona -Krise auch den Förderverein gestellt hat. So konnten die Vereinsmitglieder im Vorjahr rund 2.600 Besucher begrüßen. In diesem Jahr sind es bis jetzt rund 500 Neugierige, die einen Blick auf die über 3.800 Exponate werfen wollten.

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Doch die bisher niedrigen Besucherzahlen im Museum sind nicht das einzige Manko. Denn die Vermietung der Mehrzweckscheune für diverse Veranstaltungen wie Firmen- und Familienfeiern sowie Hochzeiten bildet ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Standbein für den Verein. „Wir müssen uns selbst finanzieren, denn wir haben keinen Geldgeber im Rücken. Die laufenden Ausgaben für die Versicherung, für den Strom, das Wasser sowie für das Abwasser – all das bleibt und will bestritten werden,“ sagt der Vereinsvorsitzende.

Beeindruckte Besucher aus dem Sauerland

Noch bestehe kein Grund zur Panik. Nur wenn Corona zurückkehrt, dann wird es ernst, so Gotthard Kreisel. Im Gespräch erläutert er dann die drei Projekte, die sich der Verein für dieses Jahr noch auf die Fahnen geschrieben hat. So kündet auf der Freifläche gegenüber der Mehrzweckscheune ein abgesteckter Bereich vom künftigen Standort eines historischen Backofens. Wenn dieser betriebsbereit sein wird, dann soll es aus ihm nach frisch gebackenem Brot duften. Im Verlauf des zweiten Projekts wollen die Vereinsmitglieder einen Keramikbrennofen, den ihnen die Oberschule Krausch-witz geschenkt hat, in Funktion setzen. Schließlich steht mit der Digitalisierung eines Teils der Ausstellung ein drittes, sehr anspruchsvolles Projekt in Haus. Über einen Großbildschirm in der Mehrzweckscheune sollen Bereiche des Museums visuell vorgestellt werden, die bisher für Behinderte nicht oder nur schwer erreichbar waren. Das betrifft die Ausstellung im Obergeschoss des Gebäudes sowie die Spielzeugausstellung im Obergeschoss des Hauptgebäudes neben dem Sägewerk.

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Die drei Biker aus dem Hochsauerlandkreis sind tief beeindruckt von der Vielfalt der Exponate, aber auch von der Sorgfalt, mit der sie für die Präsentation in der Öffentlichkeit aufgearbeitet worden sind. Auf ihrer siebentägigen Tour fahren sie diesmal, möglichst stets in Grenznähe, von Barth an der Ostsee bis nach Altenberg im Ost-Erzgebirge. Damit setzen sie ein weiteres Puzzleteil in ihr mehrjähriges Vorhaben, Deutschland entlang seiner Grenzen zu umrunden. Auf Sagar sind sie durch den Aufsteller in Krauschwitz aufmerksam geworden. Gotthard Kreisel und seine Mitstreiter wünschen sich natürlich, dass sich auch die Nutzer des Neißeradweges noch in stärkerem Maße von der Sichtwerbung zu einem Besuch im Museum verleiten lassen. Denn hier besteht noch Nachholebedarf. Vielleicht bietet der Tag des offenen Denkmals am 20. September dazu den willkommenen Anlass?

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