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Noch kein Sozialticket im Nahverkehr

Der Kreistag hat den Antrag der Linksfraktion auf einen günstigen Fahrpreis für Einkommensschwache abgelehnt.

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Die Linksfraktion im Kreistag ist mit einem Vorstoß zur Einführung eines Sozialtickets für den Nahverkehr gescheitert. Mit den Stimmen von CDU, FDP und Freien Wählern wurde der Antrag zur jüngsten Sitzung in Freiberg mehrheitlich abgelehnt. Das Ticket, mit dem einkommensschwache Menschen in Mittelsachsen zu einem niedrigen monatlichen Festpreis Bus und Bahn nutzen könnten, ist damit aber noch nicht endgültig vom Tisch: Landrat Volker Uhlig (CDU) begründete seine Ablehnung lediglich damit, dass der Antrag nicht in die aktuelle Beschlussvorlage passe.

In dem Papier wurde der Landrat beauftragt, im kommenden Jahr einen einheitlichen Nahverkehrsplan für die drei Altkreise Freiberg, Mittweida und Döbeln zu erstellen. Dabei sollen vor allem Linien besser aufeinander abgestimmt werden. Zudem muss eine Finanzierung auf die Beine gestellt werden, die einer neuen Verordnung der Europäischen Union gerecht wird, welche mehr Wettbewerb im öffentlichen Personennahverkehr vorsieht.

Jens-Eberhard Jahn von der Linksfraktion hatte zuvor versucht, den Abgeordneten das Sozialticket mit Verweis auf Beispiele in anderen Regionen Deutschlands schmackhaft zu machen. Seit Einführung des Sozialtickets für monatlich 28 Euro in Köln sei dort die Zahl der Fahrgäste gestiegen und die der Schwarzfahrer gesunken, argumentierte Jahn. Das Angebot sei nicht nur sozial, sondern auch ökologisch sinnvoll.

Kurze Fahrzeit bis Freiberg

Während Jahn mit seinem Vorstoß scheiterte, fand ein Antrag seiner Fraktionskollegin Elgine Tur de la Cruz eine Mehrheit im Kreistag. Die Leisniger Ärztin hatte für die Linksfraktion gefordert, die Erreichbarkeit der Kreisstadt Freiberg von allen Orten Mittelsachsens aus innerhalb von zweieinhalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherzustellen. Begründung: Man müsse auch Menschen ohne eigenes Auto in den entlegensten Orten Mittelsachsens, etwa in der Gemeinde Bockelwitz, ein Angebot machen. (OHA)