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Großenhain

Noch keine Entscheidung über Strafanzeige

Vielleicht hat jemand den Täter gesehen, als der die Flyer in die Briefkästen gesteckt hat?

Schornsteinfegermeister Edmund Gnaudschun wird gerade per Postwurfsendungen terrorisiert. Ihm bleibt nur, auf das Vertrauen seiner Kunden und Kollegen zu hoffen.
Schornsteinfegermeister Edmund Gnaudschun wird gerade per Postwurfsendungen terrorisiert. Ihm bleibt nur, auf das Vertrauen seiner Kunden und Kollegen zu hoffen. © Anne Hübschmann

Zabeltitz. In den Mobbingfall gegen den Zabeltitzer Schornsteinfegermeister Edmund Gnaudschun schaltet sich nun auch der Handwerkskammerpräsident ein. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, kann sich überhaupt nicht an einen vergleichbaren Fall erinnern. Mit einer Postwurfsendung macht jemand gerade dem Bezirksschornsteinfeger das Leben schwer – oder versucht es zumindest.

 Auf dem Flyer war zu lesen: „Ab sofort steht Schornsteinfegermeister Edmund Gnaudschun nicht mehr für Schornsteinfegerarbeiten zur Verfügung. Herr Gnaudschun übernimmt ausschließlich die Feuerstättenschau.

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 Für die notwendigen, wiederkehrenden Kehr- und Überprüfungsarbeiten gemäß Feuerstättenbescheid beauftragen Sie bitte einen Schornsteinfeger Ihrer Wahl.“ Darunter sind zwei Firmen genannt, die sich gleich als erste völlig entsetzt bei ihrem Zabeltitzer Kollegen gemeldet haben. 

Inzwischen haben nicht nur etliche Kollegen und die beiden genannten Firmen bei Gnaudschun angerufen, sondern auch andere Selbstständige, die über diese geschäftsschädigende Aktion erbost sind. 

Schließlich könnte so was jeden treffen. Denn die Vermutung liegt inzwischen nahe, dass sich ein früherer Kunde die Mühe gemacht hat, dem Zabeltitzer das Leben schwerzumachen. Und darauf hat der betreffende richtig Mühe verwendet, um die Briefkästen zu füllen. 

In Zabeltitz auf der kompletten Hauptstraße, in Kleinthiemig auf der Großenhainer Straße und in Walda auf der Ringstraße. Auch in Wildenhain, Bauda und zuletzt in Görzig wurden diese Postwurfsendungen verteilt.

Denn das Schlimme daran ist: Die Postwurfsendung erweckt den Eindruck, als käme sie vom Amt. Der Schreiber verwendete das offizielle Logo des Landkreises Meißen im Anschreiben.

 Das könnte dem Täter allerdings zum Verhängnis werden, denn der Landkreis prüft nun eine Strafanzeige wegen Missbrauch des Dienstsiegels, so Helena Musall aus der Pressestelle der Kreisverwaltung. Am Dienstag gibt es dazu noch einmal einen Termin bei der Rechtsabteilung, die wegen der Brückentage letzte Woche nicht besetzt war. 

Bei der Polizei war Edmund Gnaudschun am Donnerstagvormittag auch. „Wenn jemand dermaßen viel Energie aufbringt, mir zu schaden, wird er damit ja nicht aufhören“, erklärte er kurz nach der Tat. 

Das fürchtet auch Andreas Brzezinski. Auch er hat dem Zabeltitzer jetzt Unterstützung durch einen Rechtsanwalt angeboten. Aber auch so ist der Anruf aus Dresden für den Schornsteinfeger zumindest tröstlich. Denn ob sich hier ein zermürbender Kleinkrieg ankündigt, weiß er nicht.

 Zumindest deckt sich der Vorfall mit der Einschätzung von Großenhains Revierleiterin Sandra Geithner. Sie hatte jetzt bei einem Pressegespräch zur Polizeistatistik 2018 geäußert, die reinen Fallzahlen gingen zwar zurück, ja man befinde sich da regelrecht in einem Zehnjahrestief – doch ihr mache es Sorge, dass es die Polizei immer häufiger mit gestörten Personen zu tun habe. 

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Denen sei juristisch schwer beizukommen, aber sich würden ganze Dörfer terrorisieren. Die Polizei habe es folglich öfter mit dem Thema „Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung“ zu tun, als mit Hafteinweisung. 

Vieles sei dabei rechtlich schwer zu greifen und vor allem eines – langwierig und anstrengend. Edmund Gnaudschun bleibt nur, auf das Vertrauen seiner Kunden und Kollegen zu hoffen und aufmerksam zu bleiben.