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Noch Lücken bei der Abwasserentsorgung

Die Abwasserbeseitigungsgesellschaft (AWG) Weißenberg hofft, in diesem Jahr eine schwarze Null zu schreiben. Sorgen machten Geschäftsführer Andreas Eßlinger die Abwasserentsorgung in den Dörfern, die nicht zentral entsorgt werden.

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Die Abwasserbeseitigungsgesellschaft (AWG) Weißenberg hofft, in diesem Jahr eine schwarze Null zu schreiben. Sorgen machten Geschäftsführer Andreas Eßlinger die Abwasserentsorgung in den Dörfern, die nicht zentral entsorgt werden.

Herr Eßlinger, wie viele Weißenberger Haushalte sind zentral angeschlossen?

Wir haben einen Anschlussgrad von 60 Prozent. Das heißt, von unseren 1080 Kunden sind 636 zentral angeschlossen. Dezentral entsorgt werden Maltitz, Spittel, Lauske, Särka, Wuischke, Cortnitz,
Neuteich-Vorwerk und Belgern. Für die Orte Nechern und Drehsa sind teilweise zentrale Lösungen geplant.

Damit haben sich die Probleme der einst zu groß geplanten Kläranlage jetzt wortwörtlich geklärt?

Zumindest arbeitet die Anlage sehr zuverlässig. Die einst für den nicht mehr bestehenden Betrieb Rohkonserve Weicha geplante Vorstufe kann nun zur Fäkalienannahme genutzt werden. Sonst hätten wir die Fäkalien woanders hinfahren müssen. Ob die Anlage eine schwarze Null schreibt, wird die Abrechnung 2013 zeigen.

Doch damit sind Sie ja nicht fertig

mit der Abwasserentsorgung im

Stadtgebiet Weißenberg.

Nein, und es macht uns Sorgen, dass sich erst wenige Haushalte Gedanken über eine vollbiologische Kläranlage machen. Doch bis Ende 2015 ist das per Gesetz vorgeschrieben. In einigen Dörfern gab es schon Gespräche, ob es gemeinsame Lösungen für mehrere Nachbarn geben könnte.

Was wäre der Vorteil einer Gruppenkläranlage?

Die Hauptkosten einer Kläranlage sind die Wartungskosten. Die fallen an, ob zwei oder zehn Parteien Abwasser entsorgen. Schon die Anschaffungskosten könnten geringer ausfallen, wenn sich mehrere Haushalte beteiligen. Die größere Kläranlage kostet zwar mehr, aber nicht so viel, als wenn jeder selbst baut.

Welche Rolle spielt dabei die AWG?

Wir bieten die Organisation für solch eine Lösung an und würden die Anlage auch betreiben. Für die Bürger bleibt letztlich genau so eine Abrechnung der laufenden Kosten, als wenn sie zentral entsorgt werden.

Gespräch: Kerstin Fiedler