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Noch mehr Antennen im Kirchturm

Für die Umsetzung ihres 25 000 Euro teuren Mobilfunkkonzepts braucht die Gemeinde einen langen Atem. Jetzt geht sie den nächsten Schritt.

Von Sven Görner

Voraussichtlich im nächsten Jahr wird mit der Telekom der dritte Mobilfunkanbieter im Moritzburger Kirchturm seine Antennen in Position bringen. Das hat Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats angekündigt. Als die Moritzburger vor reichlich 100 Jahren ihr Gotteshaus bauten, suchten sie sich dafür die höchste Stelle im Dorf aus. Hinzu kommt, dass das imposante Bauwerk relativ zentral liegt. Daher war es auch keine Überraschung, als die Experten den Kirchturm 2009 als einen der bevorzugten Punkte für den Ausbau des Mobilfunknetzes ermittelten. Nachzulesen ist das in dem Mobilfunkkonzept für die Großgemeinde. Rund 25 000 Euro hat sich Moritzburg das Papier kosten lassen. Mit dem Konzept will die Gemeinde Ordnung in den Mobilfunkantennen-Wildwuchs der vergangenen Jahre bringen. Gleichzeitig soll die Mobilfunk-Versorgung verbessert werden. Nicht zuletzt will die Gemeinde für Anwohner dieser Antennen das noch nicht bis zuletzt erforschte Risiko durch Mobilfunkstrahlung so gering wie möglich halten. Umsetzen lässt sich das Konzept allerdings nur im Einvernehmen mit den Mobilfunkanbietern. Daher braucht die Gemeinde einen langen Atem. Jetzt hat das Rathaus fristgemäß zum 31. Dezember 2014 seinen Vertrag mit der Telekom für deren Antennen-Standort auf dem Feuerwehrgerätehaus in Moritzburg gekündigt. Perspektivisch, so steht es im Konzept, sollen dort auch die Antennen von Vodafone verschwinden. „Deren Vertrag ist aber sehr langfristig“, so der Bürgermeister. „Er läuft noch bis Ende 2024.“ Allerdings hofft man im Rathaus, dass Vodafone den Standort schon früher aufgibt und ebenfalls auf den Kirchturm wechselt. Etwa dann, wenn wegen der Entwicklung der Mobilfunktechnologie neue Technik installiert werden muss. Jörg Hänisch: „Bei den Gesprächen zur Mobilfunknutzung des Kirchturmes waren sie jedenfalls immer mit dabei. Und sie haben auch Interesse an diesem Standort signalisiert.“ Mit E-Plus und O2 haben bereits zwei Firmen ihre Technik auf dem Turm. Dessen räumliche Möglichkeiten begrenzt sind. Darum wird mit der derzeit laufenden Sanierung der Friedhofshalle auch dieses Problem gelöst. In einem eigens dafür vorgesehen Raum können die Mobilfunk-Anbieter all die Technik unterbringen, die nicht unbedingt auf dem Turm sein muss. So ist dort dann ausreichend Platz für die Antennen.

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In der Kirchgemeinde war die Entscheidung, Mobilfunkanbieter auf den Turm zu lassen, seinerzeit nicht unumstritten gewesen. „Aber letztlich haben wir uns auch in der Verantwortung gesehen, wenn auf diese Weise die Belastung durch Mobilfunkstrahlung reduziert wird“, sagt Jörg Hänisch. Damals war er noch Mitglied im Kirchenvorstand. An dieses Verantwortungsgefühl will der Bürgermeister jetzt auch beim Freistaat appellieren. Denn als zweiten Standort der ausgebaut werden sollte, nennt die Studie das Schloss. Bisher ist dort aber erst ein Anbieter zum Zuge gekommen. Alle anderen Anfragen seien aus Brandschutzgründen abgeblockt worden. Doch im Zuge der Schlosssanierung habe der Freistaat auch in dieser Beziehung in den letzten Jahren viel getan. „Darum sollte das noch einmal geprüft werden.“