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Noch mehr Häuser werden zur Gefahr

Ab Herbst droht die Vollsperrung der Bautzener Straße. Auch die Nikolaivorstadt hat ein Problem.

Die Bautzener Straße 44 ist viel kaputter, als sie aussieht. Das Dach verläuft sogar schon wellenförmig.
Die Bautzener Straße 44 ist viel kaputter, als sie aussieht. Das Dach verläuft sogar schon wellenförmig. ©  Nikolai Schmidt

Es gibt auch noch gute Nachrichten: Die Notsicherung der Häuser Bahnhofstraße 54 und Bismarckstraße 18 ist abgeschlossen, die Straßen wieder frei, abschließende Rechnungen liegen vor. Weniger schön: „Allein bei der Bahnhofstraße 54 müssen wir den Eigentümern rund 160 000 Euro in Rechnung stellen“, sagt Amtsleiter Hartmut Wilke. Erfreulicher: Beim 2017 teilweise eingestürzten Haus Landeskronstraße 34, das die Stadt am Ende abgerissen hat, hat ein Teileigentümer alle Kosten übernommen, sodass die Stadt nicht auf den Rechnungen sitzenbleibt. Völlig offen ist aber, was nun aus der Baulücke wird. Sie gehört weiter den bisherigen Besitzern.

Doch es droht schon wieder neues Ungemach. Nicht nur in der Jauernicker Straße, sondern noch an drei weiteren Stellen. Die Bautzener Straße 44 ist viel kaputter, als sie aussieht. Nicht einmal mehr das Treppenhaus ist betretbar. Es gibt zwei Eigentümer: Der eine ist hochbetagt und lebt nicht in Görlitz, der andere ist 1967 verstorben. Aktuell sucht die Stadt nach eventuellen Nachfahren des Verstorbenen. Deshalb passiert dort baulich bisher nichts. Doch das Haus verfällt weiter. „Beim nächsten Wetterumschwung im Herbst droht eine Vollsperrung der Bautzener Straße für den Verkehr“, sagt Wilke. Er hofft, dass bis dahin auch die zweite Eigentümerseite gefunden ist. Doch so oder so muss dann etwas passieren: „Die Bautzener Straße ist eine wichtige Durchgangsstraße, die kann nicht ewig gesperrt bleiben.“ Findet sich der zweite Eigentümer bis dahin nicht, würde die Stadt eventuell in Ersatzvornahme gehen. „Das Ganze ist ein Wettlauf mit der Zeit“, sagt Wilke.

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Bei der Heilige-Grab-Straße 83 ist zumindest noch das Treppenhaus begehbar, der Rest desolat. Der Eigentümer ist bekannt, aber er reagiert nicht auf die Schreiben der Stadt. Die hat die Sicherung inzwischen ausgeschrieben. Ergebnis: Es gibt zwar Firmen, die es machen würden, aber die sind den Sommer über ausgelastet und haben noch keine Preisangebote abgegeben. Die Stadt hofft nun, dass eine Firma das Haus im Winter sichert. „Eher wäre aber besser“, sagt Wilke. Das Hauptproblem hier: Entlang der rechten Gebäudeseite verläuft die Zufahrt zur Nikolaivorstadt, also gen Schanze, Steinweg und Lunitz. Dort gibt es zwei Möglichkeiten: Vollsperrung oder Tunnel bauen. Ersteres will die Stadt vermeiden, Letzteres wird gerade geprüft.

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In der Biesnitzer Straße 79 schließlich hatte die Eigentümerin selbst mit der Sicherung begonnen, aber irgendwann aufgehört, ohne dass die Arbeiten abgeschlossen wären. Die Folge: Noch immer können Dachziegel abstürzen. Deshalb muss der Gehweg weiter gesperrt bleiben, Fußgänger bis heute auf den Radweg ausweichen. Das soll aber nicht zum Dauerzustand werden. „Die Eigentümerin hat uns versprochen, dass sie die Sicherung fortführt und vollendet“, sagt Wilke. Allerdings sei es bei dem Versprechen geblieben. Mittlerweile vermüllt das Grundstück auch immer mehr. Die Stadt hat nun entschieden, auch hier selbst tätig zu werden. Die Ausschreibung hat bereits stattgefunden, das Ergebnis war das Gleiche: Keine Preisangebote, Firmen vertrösten auf den Winter. Die Stadt will auch hier dranbleiben.

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