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Noch mehr Rüttelstreifen

Einwohner von Hohnstein fordern wieder ein Fahrverbot für Motorräder. Doch das ist erst einmal nicht in Sicht.

Von Anja Weber

Sechs Schwerverletzte forderte kürzlich ein Unfall zwischen Hohnstein und Rathewalde. An der Hocksteinschänke hatte ein Auto einen Biker erfasst, der stürzte und in eine Fußgängergruppe rutschte. Der schwere Unfall feuert die Diskussionen um weitere restriktive Verkehrseinschränkungen in den Serpentinen an. Tatsächlich liefern sich bei bestem Wetter an den Wochenenden oder auch in den Nachmittags- und Abendstunden wieder einige Biker ihre Rennen. Mit Eröffnung der Motorradsaison locken diese illegalen Rennen auch immer wieder Schaulustige an. Die Einwohner von Hohnstein fühlen sich dann weniger von möglichen Unfällen, als vielmehr von dem Lärm beeinträchtigt, der weithin durch das Tal schallt.

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Deshalb forderten jetzt Hohnsteiner Einwohner beim Tourismustreffen in Hohnstein wieder ein Fahrverbot für Biker bergaufwärts an den Wochenenden und an Feiertagen. Das gab es bereits einmal. Allerdings, so wurde damals eingeschätzt, trifft ein Fahrverbot letztlich alle Motorradfahrer, auch die, die in Ruhe die kurvige Strecke genießen wollen. Auf die setzt auch die Hohnsteiner Tourismusbranche. Die Burg wie auch das Parkhotel Ambiente werben regelmäßig für ihre Bikerfreundlichkeit und bieten den Motorradfahrern so manchen Service an. Mit dem Fahrverbot blieben die aber fern. Es wurde aufgehoben. Inzwischen kehren wieder Biker in Hohnstein ein. Aber es kommen eben auch jene, die in den Serpentinen lautstark Gummi geben wollen.

Der Stadt selbst sind auf der Staatsstraße die Hände gebunden. Das Landratsamt, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr und die Polizei müssen entscheiden. Für ein weiteres Fahrverbot sind die Voraussetzungen nach deren Einschätzungen vorerst nicht gegeben. So ist die Unfallzahl in den Serpentinen laut Polizeistatistik seit Jahren rückläufig. Der kürzliche Unfall habe die Gefährlichkeit der Strecke zwar wieder in Erinnerung gebracht, mehr aber auch nicht, sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Hinzu kommt, dass in wenigen Tagen wieder an der Polenztalstraße in Richtung Heeselicht gebaut wird, die Strecke braucht einen neuen Straßenbelag. Etwa zwei Wochen könnte die Straße dann wieder voll gesperrt sein, eine Umleitung ist nur über die Serpentinen möglich. Erst wenn die Polentzalstraße fertig ist, könne man daher über neue oder alte Varianten für die Serpentinen diskutieren, sagt Daniel Brade.

Einige Einschränkungen wird es aber auch jetzt schon geben. Wie immer im Frühjahr werden Mittelleitschwellen als Überfahrschutz montiert. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei werden sie spätestens bis Ostern anbringen, im November werden sie entfernt. Die Schwellen sind aus Kunststoff, versehen mit kleinen Fahnen, und sollen verhindern, dass Auto- und Motorradfahrer die engen Kurven in voller Straßenbreite schneiden. Darüber hinaus plant das Landesstraßenbauamt, die Rüttelstreifen auszuweiten. Die Erfahrungen damit seien durchaus positiv, sagt Leiter Klaus-Peter Lechler. Seit man die Rüttelstreifen als Pilotversuch montiert habe, sei es zu keinen weiteren Unfällen gekommen. Die Unfallkommission des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge habe deshalb entschieden, eine weitere Kurve in diesem Jahr mit Rüttelstreifen auszustatten. Die Vorbereitungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen. Auch hier gilt, dass die neuen Rüttelstreifen erst montiert werden, wenn die Polenztalstraße wieder uneingeschränkt befahrbar ist.