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Noch viel Arbeit für gute Arbeit

30 Prozent der sächsischen Beschäftigten bewerten laut Studie ihre Arbeitsqualität als „schlecht“ und fordern mehr Wertschätzung. Ein Kommentar.

©  dpa/SZ

Gute Arbeit – das hört sich gut an. Wer kann da schon dagegen sein? Doch was ist das: „Gute Arbeit“? So heißt eine Zeitschrift für Arbeitsschutz und Arbeitszeitgestaltung, die IG Metall formulierte den Slogan in den 80ern. Er hat es auch ins Lexikon von Wikipedia geschafft – ohne exakte Definition. Von guter Bezahlung ist da die Rede, von sicheren und menschengerechten Jobs und von Möglichkeiten zu Aufstieg und Weiterbildung.

So mannigfaltig Arbeit ist, so vielfältig sind die Ansichten über deren Qualität: ihre Sinnerfüllung, den nötigen Spaß, die richtige Balance zur Freizeit, Anerkennung. Natürlich ist Geld nicht alles, und doch scheiden sich dort die Geister. Auch wenn in den letzten drei Jahren die Löhne um zehn Prozent gestiegen sind, fühlen sich Sachsen schlecht bezahlt und sorgen sich in der Folge um ihre Rente.

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Laufen Wirklichkeit und Empfinden nur auseinander, wie Macher und politische Interpreten einer DGB-Studie sagen? Nein. Auch 30 Jahre nach der Einheit gibt es eine Lohnlücke von 16 Prozent zum Westen. Zu lange hatte sich Sachsen Investoren als Billiglohnland empfohlen. Zum Glück ist damit Schluss, auch aus Personalnot. Vorbei die Zeit von „Hauptsache Arbeit“. Die Menschen fordern ihren Anteil am Wohlstand. Zu Recht.

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Am Ende geht es bei guter Arbeit vor allem um Wertschätzung. Sie drückt sich auch in ihrem Wert, gutem Geld, aus. Nach dem dürftigen Zeugnis der Beschäftigten braucht es in Sachsen dafür noch viel Arbeit – und zwar möglichst gute.

Mail an Michael Rothe

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