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Wirtschaft

Vier Varianten für die neue Bahnstrecke Dresden-Prag

Die Entscheidung über die endgültige Trasse fällt erst in vier Jahren. Bis dahin soll es eine offene Diskussion geben.

© Boris Roessler/dpa

Dresden. Da waren’s nur noch vier. Die Trassenführung für die Bahn-Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag wird konkreter. Nach monatelanger Begutachtung übergibt die Deutsche Bahn (DB) am Dienstag der Landesdirektion sieben Varianten zum Raumordnungsverfahren, von denen nach Ansicht von Projektleiter Kay Müller aber nur drei Volltunnel-Versionen und eine teils oberirdische Variante eine reelle Chance auf Umsetzung haben.

Die DB hatte die Pläne am Montag der Presse vorgestellt und bei ihrem 3. Dialogforum in Pirna. Damit startet die federführende Landesdirektion Sachsen im Raumordnungsverfahren die Beteiligung der Öffentlichkeit am Generationenprojekt, das die Fahrzeit zwischen Sachsens Landeshauptstadt und der tschechischen Metropole auf etwa eine Stunde verkürzen soll.

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Ursprünglich lagen zehn Varianten auf dem Tisch: fünf des Freistaats, je zwei von der Bahn und einer Bürgerinitiative sowie die eines Kartografen. Allen Ideen im Untersuchungsraum zwischen Heidenau und Grenze sowie zwischen Dohma und Liebstadt sind zwei Dinge gleich: der Abzweig von der Bestandsstrecke in Heidenau und ein Tunnel von mindestens 25 Kilometern Länge mit bis zu 350 Metern Gebirgsüberdeckung. In der Version der Bürgerinitiative geht’s gleich bei Heidenau für gut 30 Kilometer unter Tage, die oberirdische Variante berührt die Orte Dohma und Bahretal.

In rund einer Stunde in Prag

Projektleiter Müller betont, dass alle sieben Varianten „gleichwertig“ in ihren Wirkungen auf Mensch und Natur untersucht worden seien. Bei drei Varianten zeichne sich aber „ein deutlich höheres Konfliktpotenzial“ ab, weshalb die Bahn vorschlage, sie nicht mehr zu verfolgen. Ob die Landesdirektion dem folge, sei offen. In jedem Fall würden zwei Varianten, darunter die oberirdische, voll durchgeplant. Frühestens 2024 stehe die Vorzugsvariante fest, über die der Bundestag entscheide.

Der rund 43 Kilometer lange Neubau soll das flutgefährdete Elbtal entlasten, Anwohner dort vom Lärm der täglich bis zu 240 Züge befreien und die Fahrzeit Dresden-Prag von zweieinhalb Stunden auf etwa eine Stunde verkürzen – dank Geschwindigkeiten von 200 km/h im Personen- und 120 km/h im Güterverkehr.

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