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Noch zwei Varianten für Dorfzentrum im Rennen

Eine bezieht das Fachwerkhaus des Dreiseithofes ein, die andere nicht. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Juli.

Von Thomas Drendel

In der Gemeinde Wachau ist vieles eine Nummer größer. Das ist auch beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus in Leppersdorf so. Nach vorliegenden Schätzungen soll es zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Euro kosten, wobei das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Auch der Diskussionsbedarf ist größer als anderswo. Inzwischen liegen acht Planungsvarianten auf dem Tisch. Jetzt könnte noch eine neunte hinzukommen oder es wird Modifikationen bestehender Entwürfe geben.

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Vor einigen Tagen wollte sich der Wachauer Gemeinderat bereits auf eine Variante festlegen. Doch trotz vieler Vorgespräche mit Planern, der Gemeindeverwaltung und dem Leppersdorfer Ortschaftsrat brach die Diskussion erneut auf. Jetzt sind noch die Entwürfe zwei und acht im Spiel. Bei der Variante zwei sind die Räume im linken Flügel des Dreiseithofes untergebracht: der Versammlungsraum, die Toiletten und auch die Garderobe. In das momentan arg verfallene Fachwerkhaus, ebenfalls auf der linken Seite, soll die Bibliothek einziehen. Bei der Variante acht soll der Versammlungsraum als hinteres Quergebäude entstehen. An der Stelle befindet sich noch eine alte Scheune. Sie wird abgerissen. Im neuen Quergebäude schließen sich an den Veranstaltungsraum Toiletten und Garderobe sowie der Haupteingang an. Auch die Bibliothek ist hier untergebracht. Der Leppersdorfer Ortsvorsteher Volkmar Lehmann von der Offenen Bürgerliste (OBL) ist für den zweiten Entwurf. „Hier ist die Sanierung des Fachwerkhauses gleich mit drin. Außerdem ist diese Variante mit 1,2 Millionen Euro günstiger als Variante acht. Sie soll 1,4 Millionen Euro kosten“, sagt er. Seiner Ansicht nach würde das Denkmalamt einem Ausbau des Dreiseithofes ohnehin nicht zustimmen, ohne eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses. „Deshalb ist der zweite Entwurf mein klarer Favorit. Das ist einfach das bessere Preis-LeistungsVerhältnis“, sagt er. Ähnlich sieht das der Wachauer Gemeinderat Steffen Jakob, ebenfalls von der OBL. „Bei Variante zwei ist alles drin, was wir wollen: Bibliothek, Veranstaltungsraum und auch das Fachwerkhaus. Das alles bekommen wir zu einem günstigeren Preis“, sagt er.

Variante acht ist entwickelt worden, um Kosten zu sparen. Dass sie jetzt sogar teurer werden soll, verwunderte etliche Gemeinderäte. Auch der Ausbau des Fachwerkhauses, der ursprünglich einmal mit 500 000 Euro angesetzt wurde, ist bei Entwurf zwei jetzt mit 250  000 Euro aufgeführt. Kathleen Liebschner von der Wachauer Gemeindeverwaltung räumte ein, dass in den Entwürfen teilweise unterschiedliche Baukosten pro Quadratmeter angesetzt wurden und deshalb ein Vergleich der beiden Varianten schwierig sei. Das Planungsbüro wurde deshalb aufgefordert, dem Gemeinderat für beide Varianten eine detaillierte Kostenaufstellung und Planung vorzulegen. Über das Papier soll dann vermutlich im Juli entschieden werden.

Für CDU-Gemeinderat Thomas Redmer wird momentan zu wenig über ein Betreibungskonzept gesprochen. „Meiner Meinung nach müssten die Leppersdorfer stärker einbezogen werden. Was wünschen sich die Senioren, würde beispielsweise der Posaunenchor hier proben? Ein Gemeinschaftshaus von dieser Größe und mit diesen Baukosten müsste dann auch ausgelastet sein“, sagte er. Leppersdorf kämpft seit Jahren für ein Bürgerhaus. Schon vor zehn Jahren lag eine Genehmigung vor, es gab sogar Planungen, wer einziehen sollte. Damals war noch vorgesehen, die Scheune zu sanieren, die die beiden Wohngebäude miteinander verbindet. Doch dann blieb das Fördergeld aus, und das Vorhaben wurde auch nicht weiterverfolgt.