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Nötige Sanierungskur für das Mohrenhaus

Morgen soll im Stadtrat das Sanierungspaket für das Mohrenhaus an der Moritzburger Straße in Radebeul geschnürt werden. Es geht um eine Million Euro, die die Stadt und der Kinderschutzbund in die Villa stecken wollen.

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Von Peter Redlich

Es ist ziemlich sicher der romantischste Kindergarten und Jugendtreff im Landkreis – Villa und Park Mohrenhaus an der Radebeuler Moritzburger Straße. Der Kinderschutzbund ist hier zur Miete, betreibt einen Kindergarten und einen Jugendtreff. Das Dilemma: Die Villa ist allerhöchst sanierungsbedürftig. DIN-Bestimmungen beim Brandschutz werden hier schon lange nicht mehr eingehalten. Das Dach ist undicht, der Balkon nicht mehr betretbar. „Es muss dringend etwas getan werden“, sagt Radebeuls OB Bert Wendsche.Jetzt ist ein kompliziertes Komplettpaket geschnürt, dass für das Sanierungsvorhaben das Geld sichern soll. Der Verein Kinderschutzbund mietet weiter das Objekt zu 1 660 Euro im Monat. Weil der Verein mit einer Kita und dem Jugendtreff einer öffentlichen Pflicht nachkommt, darf für den Kredit von 285 000 Euro, den der Kinderschutzbund aufnehmen will, ausnahmsweise sogar eine Grundschuld als Sicherheit eingetragen werden. Wendsche: „Das geht normalerweise nur, wenn die Nutzer das Grundstück im Besitz oder in Erbpacht haben.“ Da aber die Stadt in jedem Fall ihrer Pflicht der Kinderbetreuung nachkommen müsse, dürfe die Grundschuld in diesem Fall auch bei Miete eingetragen werden.Rund 500 000 Euro will die Stadt selbst in ihre Immobilie stecken. „Das geht an die Grenze unserer Belastbarkeit“, sagt Wendsche, „aber mit Blick auf wieder ansteigende Kinderzahlen ab etwa 2007 wollen wir das Gelände, auf dem ja auch die Waldparkschule ist, auf jeden Fall behalten.“ Die Stadt rechnet mit etwa 215 000 Euro an Fördermitteln. Darunter sollten, so der OB, rund 80 000 Euro über den Denkmalschutz und ungefähr 80 000 Euro über vom Arbeitsamt geförderte Arbeitskräfte kommen.Im Mohrenhaus selbst behält Chefin Reingard Piel die Übersicht: „Bevor gebaut wird, beraten wir die Bauabschnitte mit der Stadt und dem Elternrat.“ Während der Fassadensanierung könne man im Haus bleiben. Beim Bau im Inneren müsse auch in den großen Park rund um die Villa ausgewichen werden.