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Nötigung auf der Umgehungsstraße?

Der Angeklagte soll zwei Mopedfahrer ausgebremst haben. Vor Gericht ergibt sich ein anderes Bild.

Nach der Befragung der Zeugen bleibt der Richterin nur eine Möglichkeit.
Nach der Befragung der Zeugen bleibt der Richterin nur eine Möglichkeit. © Ronald Wittek/dpa

Leisnig/Hartha. Es war ein schöner Tag, dieser 24. Juli 2019. Einige Jugendliche fahren nach dem Baden im Kemmlitz-See mit ihren Mopeds auf der Umgehungsstraße bei Leisnig in Richtung Hartha.

Zwei von ihnen bleiben zurück, als sie von einem weißen Pkw Ford überholt werden. Plötzlich bremst der Ford. Einer der Mopedfahrer kann ausweichen, der andere kann den Zusammenstoß nicht verhindern und fährt auf den Pkw auf. Dem Fahrer des Ford wird bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln Nötigung im Straßenverkehr vorgeworfen.

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Diesen Vorwurf bestreitet der Angeklagte. Insgesamt seien fünf Jugendliche mit ihren Mopeds unterwegs gewesen. Drei fuhren etwas schneller. Er habe die beiden langsameren Kradfahrer überholt. Als dieser Vorgang abgeschlossen gewesen sei, habe er selbst bremsen müssen. „Von den drei Mopedfahrern vor mir hat einer gebremst. Ich wollte einen Zusammenstoß vermeiden und bremste ebenfalls“, schildert der 39-Jährige die Situation aus seiner Sicht. Von den beiden Mopeds hinter ihm sei eines auf sein Auto aufgefahren.

Widersprüchliche Angaben

Richterin Ines Opitz holt zunächst den Mopedfahrer in den Zeugenstand, der auf das Auto aufgefahren war. Der Harthaer schildert den Vorfall so, dass die Vollbremsung des Pkw unnötig war, weil die Straße vor ihm frei gewesen sei. Erst als ihm der Verteidiger seine Aussage vorliest, die er gegenüber der Polizei gemacht hat, korrigiert er sich. Er spricht von insgesamt vier Mopeds. Zwei von ihnen fuhren etwa 50 bis 60 Meter vor ihm, als der Pkw zum Überholen ansetzte. Der zweite Mopedfahrer spricht von fünf Mopeds. Drei hätten einen Vorsprung gehabt, er sei mit seinem Freund hinterhergefahren. Auf Nachfrage des Verteidigers sagt er, dass der Fordfahrer den Unfall nicht provoziert hat.

Aufgrund dieser Aussagen fordern sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung den Freispruch des Angeklagten. Dem schließt sich Richterin Ines Opitz an. „Der Vorwurf der Nötigung hat sich nicht bestätigt“, sagt sie. Die Kosten des Verfahrens gehen zulasten der Staatskasse. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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