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Nomos baut jetzt Schmuckuhren

Der Uhrenhersteller setzt auf Luxus und hat Erfolg damit. Seine Klassiker werden aber trotzdem weiter produziert.

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Von Maik Brückner

Behutsam nimmt Alexandra Kluge die Uhr in die Hand. Rotgold funkelt das Gehäuse der Lambda. Die 26-Jährige lächelt. Sie hat diese Uhr montiert. Eine besonders schöne Herausforderung sei das, sagt die Glashütterin. Denn dieser Zeitmesser ist etwas Besonderes. Mit ihm hat Alexandra Kluges Firma Neuland betreten. Nomos stand bisher für relativ preiswerte Uhren, für die man je nach Modell und Ausführung zwischen 1 000 und 3 500 Euro hinlegen musste. Die neue, von Alexandra Kluge montierte Uhr kostet gleich mal 12 000 Euro. Etwas teurer sind die Lux-Uhren, die Nomos zeitgleich auf den Markt gebracht hat. Diese hohen Preise rechtfertigt Nomos nicht nur mit dem Material, das bei der Herstellung der Gehäuse zum Einsatz kam. Bisher wurden Nomos-Uhren aus Stahl gefertigt. Bei beiden neuen Modellen wurde Weiß- und Rosé-Gold verwendet.

„Mit Liebe in Glashütte gefertigt“ ist auf den Unruhgloben zu lesen.
„Mit Liebe in Glashütte gefertigt“ ist auf den Unruhgloben zu lesen.
So sieht eine der beiden neuen Golduhren, die Lambda Rosègold aus, die von Nomos gefertigt werden. Montiert werden sie unter anderem von Alexandra Kluge. Die 26-jährige Glashütterin braucht je nach Modell zwischen einer und zwei Wochen dazu. Foto: Egbert
So sieht eine der beiden neuen Golduhren, die Lambda Rosègold aus, die von Nomos gefertigt werden. Montiert werden sie unter anderem von Alexandra Kluge. Die 26-jährige Glashütterin braucht je nach Modell zwischen einer und zwei Wochen dazu. Foto: Egbert

Auch im Innern unterscheiden sich die Lambda- und Lux-Uhren von Nomosklassikern Tangomat, Tangente, Orion und Co. Zu erkennen ist das durch den gläsernen Boden. Wer genau hinschaut, kann die verschraubten Goldchatons erkennen. Und wer sich eine Lupe aufsetzt und das Uhrwerk inspiziert, dem werden die polierten Kanten und der Unruhkloben auffallen. Mit der Hand wurde dort das Sprüchlein „Mit Liebe in Glashütte gefertigt“ eingraviert. „Damit wollen wir zeigen, dass unsere Uhrmacher mit Herzblut an den Uhren arbeiten“, erklärt Uwe Ahrendt, Geschäftsführer von Nomos Glashütte.

Diese neuen, teureren Uhren werden die Klassiker nicht ablösen. Damit wolle man lediglich die bestehende Kollektion ergänzen, erklärt Ahrendt. Mit neuen Uhren wolle man zeigen, wozu man als Manufaktur imstande sei. „Wir wollten Uhrmacherkunstwerke, Einzelstücke, die zeigen, was wir können. Uhren, die über Jahrzehnte schön bleiben – und deren Wert in dieser Zeit nur wächst“, ergänzt er.

Drei Jahre hat Nomos gebraucht, um die neuen Uhren zu entwickeln. Dabei arbeitete die Firma mit langjährigen Partnern zusammen. So entwarfen Designer vom Zürcher Studio Hannes Wettstein die flachen Goldgehäuse, Prof. Axel Kufus, Michael Paul und die Mitarbeiter des Nomos-Gestaltungsbüros Berlinerblau in Berlin konstruierten die Zifferblätter und die Zeiger. Die Uhrwerke der beiden Uhren wiederum wurden im Atelier der Manufaktur konstruiert, montiert und in Anlehnung an die Chronometerrichtlinien in sechs Lagen einreguliert. Die Uhrwerke tragen den Namen DUW. Diese Abkürzung steht für Deutsche Uhrenwerke Nomos. Mit diesem Namen wolle man seinem Anspruch als Hersteller eigener Werke nun auch nach außen deutlich machen, erklärt Ahrendt. So verfügen beiden Uhrwerke über ein Doppelfederhaus, dass eine Gangreserve von 84 Stunden ermöglicht. Das heißt. Eine aufgezogene Uhr läuft 84 Stunden lang.

Die Golduhren hat Nomos inzwischen an den Fachhandel ausgeliefert. Dort sei man begeistert, sagt Ahrendt. Die ersten Exemplare wurden bereits verkauft. Als potenzielle Kunden haben sich jene Uhrenliebhaber entpuppt, die sich vor zehn, zwanzig Jahren ihre erste Nomos-Uhr gekauft haben und sich nun nach einer neuen umsehen. Diesen will man mit den Golduhren ein Angebot machen. Und dieses gilt längst nicht nur auf dem Nomos-Hauptmarkt Deutschland. Auch in Asien sind Nomos-Uhren begehrt. „China und Japan sind unser zweitwichtigster Markt“, sagt Ahrendt. Auch in Großbritannien, dem restlichen Festland-Europa und den USA macht Nomos gute Geschäfte.