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Pirna

„Nor einen wönzigen Schlock“

Die Ehemaligen der Klasse 10b der Goethe-Oberschule Pirna haben sich nach 50 Jahren getroffen. Da wurde manche Anekdote erzählt.

Es gibt viel zu berichten. Gleich wandert die frühere Klasse 10b nach Obervogelgesang.  Foto:
Es gibt viel zu berichten. Gleich wandert die frühere Klasse 10b nach Obervogelgesang. Foto: © Daniel Schäfer

Großes Hallo auf dem Pirnaer Marktplatz. „Petra, schön, dich wiederzusehen“, ruft eine blonde Dame im schicken Kostüm und fällt ihrer früheren Mitschülerin um den Hals. Andere begrüßen sich an diesem Freitagmorgen ebenso herzlich.

Vor 50 Jahren haben die damaligen Schüler der Klasse 10 b ihren Abschluss an der Goethe-Oberschule geschafft. Ein guter Grund, sich erneut zu treffen. Wobei diese Zusammenkünfte mittlerweile Tradition haben. Nach der poltischen Wende von 1989 kamen die früheren Schüler schon des Öfteren zusammen, um sich nochmals ihre alte Schule anzusehen, Freundschaften aufzufrischen und aus dem Nähkästchen zu plaudern.

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Das Besondere: Die Lehrer sind immer mit eingeladen – und kommen. Diesmal haben es drei geschafft. „Darüber freuen wir uns natürlich sehr, denn unseren Lehrern haben wir viel zu verdanken“, sagt Monika Wigand, die auch in diesem Jahr das Treffen wieder bis auf das kleinste Detail generalstabsmäßig organisiert hat.

Das Interesse aneinander ist ungebrochen groß: 30 Ehemalige sind angereist, um zunächst eine Wanderung nach Obervogelgesang zu machen und später bei einem guten Bier oder Wein im Brauhaus in Copitz von alten und neuen Zeiten zu erzählen.

Was die Klasse 10b auszeichnet? Der Humor kam nicht zu kurz, weder bei den Zöglingen, noch bei den Lehrern. „Es gab immer viel Spaß, und wir hatten viel zu lachen“, bestätigt Monika Wigand. Zu den besten Anekdoten gehört zweifellos das Experiment bei Chemie-Lehrer Hartman. „Es war ein Versuch mit Magnesium oder Zinn. Plötzlich stieg eine dicke Rauchwolke hoch, und die landete auf der Glatze unseres Lehrers. Er war ganz cool und strich sich mit seinen fünf Fingern darüber, sodass er hinterher wie ein gestreifter Kartoffelkäfer aussah“, erinnert Wigand sich genau und muss bei dem Bild, das in ihrem Kopf entsteht, immer noch schmunzeln.

Überhaupt war der Chemieunterricht spannend und erinnert sogar an den berühmten Film „Die Feuerzangenbowle“. Das Thema alkoholische Gärung wurde ebenso anschaulich mit einem Experiment dargestellt, wie in dem Klassiker mit Heinz Rühmann. „Der Lehrer hatte im Unterricht Wein hergestellt, den wir dann probieren durften. Das fanden wir natürlich herrlich. Aber jeder nur einen ,wönzigen Schlock“, berichtet Gabriele Büchner und lacht heute noch bei der schönen Erinnerung. Auch sie hat den weiten Weg aus Wolfenbüttel nicht gescheut und ist nach Pirna gefahren, um ihre ehemaligen Mitschüler zu treffen.

Das Foto zeigt die Klasse 10b bei einem Ausflug in den Barockgarten Großsedlitz Anfang der 60er-Jahre. 
Das Foto zeigt die Klasse 10b bei einem Ausflug in den Barockgarten Großsedlitz Anfang der 60er-Jahre.  © privat

Generell schienen die Lehrer der 10b ein gutes Händchen in Sachen Pädagogik gehabt zu haben. Axel Beier aus Pirna erinnert sich noch besonders gerne an die Klassenfahrt nach Oberoderwitz in der Lausitz. „Wir wohnten damals in einem alten Schloss. Es war die Zeit der Beatles und der Rolling Stones. Die Lehrer verboten uns nicht, diese Musik zu hören. Im Gegenteil. Bei dem Klassiker Satisfaction knieten wir und schlugen den Takt dazu mit den Händen auf den Boden. Die Lehrer machten mit!“

Nicht nur der Spaßfaktor stimmte. Auch der Zusammenhalt. Wurde ein Mitschüler bei einer Prüfung mündlich abgefragt und wusste nicht weiter, dann haben ihm die anderen leise vorgesagt. „Deshalb wurden wir auch von den Lehrern als Amateurfunker bezeichnet“, lächelt Monika Wigand. Gut war ebenso das Miteinander der Eltern, die sich auf die Elternabende freuten und so manche Klassenausflüge begleiteten.

Gelernt wurde trotz Bodenklatschen und Spickzettel bzw. Vorsagen bei Prüfungen. „Aus allen ist etwas geworden“, bestätigt Monika Wigand, die heute als Hals-Nasen-Ohren-Ärztin in Nürnberg arbeitet. Andere wurden Projektingenieur, Zahnarzt oder arbeiteten im Bankwesen. Die meisten sind heute im Ruhestand. Viele wohnen noch in der Region Pirna. Klar ist jetzt schon: In zwei Jahren wird sich die ehemalige Klasse 10b wieder treffen. „Alte Freundschaften muss man pflegen“, sagt Monika Wigand. Die anderen nicken.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.