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Norddeutsche Segelflieger besuchen Görlitz

Als der Ex-Görlitzer Torsten Jinczek seinen Vereinskollegen im niedersächsischen Hoya an der Weser vorschlug, das diesjährige Fliegerlager in seiner alten Heimat zu absolvieren, brauchte er nicht lange um Sympathien zu werben.

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Von Ingo Kramer

Als der Ex-Görlitzer Torsten Jinczek seinen Vereinskollegen im niedersächsischen Hoya an der Weser vorschlug, das diesjährige Fliegerlager in seiner alten Heimat zu absolvieren, brauchte er nicht lange um Sympathien zu werben. „Am Ende ist der halbe Verein mitgekommen, insgesamt 25 Leute“, freut sich der 45-Jährige.

Die vom Alter bunt gemischte Segelflieger-Truppe wurde nicht enttäuscht. „Die Görlitzer sind viel netter und offener als die Menschen in anderen Regionen“, lobt Segelflieger Cord Schulze und meint damit sowohl die Gastgeber vom hiesigen Flugplatz als auch die Görlitzer im Allgemeinen. Insgesamt zwei Wochen lang konnten die Segelflieger bei bestem Wetter einerseits mit ihren acht mitgebrachten Maschinen fliegen, zum anderen aber auch ihren Schulungsbetrieb am ungewohnten Ort fortsetzen.

„Gerade für die Flugschüler ist es wichtig, unterschiedliche Flugplätze kennenzulernen“, sagt Fluglehrer Norbert Schummer, der ebenfalls aus dem 40 Kilometer südlich von Bremen gelegenen Hoya angereist ist. Die meisten in der Truppe sind zum ersten Mal in Görlitz und fasziniert von Stadt- und Brauereiführung sowie anderen Ausflügen auf dem Erdboden. „Aber die Gegend kannten wir von früheren Fliegerlagern“, sagt Schummer. Auch in Klix sind die Niedersachsen schon zu Gast gewesen.

Torsten Jinczek wäre gern schon zu DDR-Zeiten geflogen, durfte damals aber aus politischen Gründen nicht anfangen. 1989 verließ er den Osten, ging nach Oldenburg und 1995 schließlich nach Hoya. Dort startete er 1999 mit dem Segelflug.

Flugplatz als Wirtschaftsfaktor

Seine Eltern aber leben noch immer hier, und so kommt er meist viermal im Jahr zu Besuch. Auch seinen Verein wollte er schon längst einmal nach Görlitz lotsen, aber bisher hat es terminlich nie so recht gepasst, schließlich hing für ihn auch eine Menge Organisationsaufwand dran. Den hiesigen Platz hält er für einen wichtigen Wirtschaftsfaktor. Viele Piloten, die durch den Flugplatz auf die Stadt aufmerksam geworden sind, kommen später auch ohne Flugzeug gerne wieder, sagt er: „Das wäre beim Rothenburger Flugplatz sicher nicht so gewesen.“

Rund 200 Starts in zehn Tagen

Auch für Werner Lange, den Flugleiter der Flugplatz Rothenburg/Görlitz GmbH, spielen solche Fliegerlager eine wichtige Rolle. Weil der Frühling so verregnet und Starts ohne befestigte Landebahn bis Ende Mai kaum möglich waren, hatte der Flugplatz einen schlechten Start in die Saison. „Inzwischen sind wir bei fast 4000 Flugbewegungen – also Starts und Landungen zusammengenommen“, freut sich Werner Lange. Allein das Fliegerlager Hoya habe in zehn Tagen 200 Starts zu verzeichnen gehabt.

Der nächste Höhepunkt auf dem Flugplatz beginnt schon dieses Wochenende: das Pokalfliegen der Segelflieger. „Bei unserem Piratpokal treten bis zum Freitag neun Teilnehmer in zwei verschiedenen Klassen an“, erklärt der Flugleiter.

www.sfv-hoya.de