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Nossen will endlich Speicherbecken an der Mulde

Die Projekte lassen auf sich warten. Mit den Becken wäre aber das Juni-Hochwasser in Nossen geringer ausgefallen.

Der Bau der zwei geplanten Hochwasser-Rückhaltebecken im Oberlauf der Freiberger Mulde sowie an der Bobritzsch kommt nicht so recht voran. „Es gibt erhebliche Einwände von Naturschützern. Sie kritisieren den massiven Eingriff in die Landschaft“, sagt Nossens Bürgermeister Uwe Anke (parteilos) auf SZ-Nachfrage. Er rechnet damit, dass mit einem frühesten Baustart des Speichers in Oberbobritzsch in etwa drei Jahren zu rechnen sei. Der Baubeginn des zweiten Beckens bei Mulda sei vor 2020 nicht realistisch. Durch den Verzug sei hier außerdem die Finanzierung des Vorhabens gefährdet.

Nicht nur Nossen ist verärgert über diesen Sachstand. Auch andere Städte und Gemeinden, die an den Muldengewässern liegen, wie zum Beispiel Reinsberg in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt, kritisieren das. Die Landestalsperrenverwaltung, die diese Bauvorhaben verwirklichen soll, sieht sich einem langwierigen Genehmigungsverfahren der Landesbehörden gegenüber.

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„Diese Vorhaben dürfen nicht länger unter dem Deckmantel des Naturschutzes blockiert werden“, bemerkt der Nossener Bürgermeister. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen will Anke hier mit Nachdruck beim Freistaat Sachsen auf die Verwirklichung dieser Hochwasserprojekte drängen. Das gelte auch für die Finanzierung dieser Vorhaben.

Denn der Nossener Bürgermeister macht eine Rechnung auf. Wären die Becken vorhanden, hätten sich beim Juni-Hochwasser 2013 in ihrer direkten Nähe, so in Mulda in Mittelsachsen, die Wasserdurchflussmengen der Mulde um die Hälfte verringert. „In Nossen würden die Becken die Durchflussmengen immerhin noch um 30 Prozent reduzieren“, so Anke. Dadurch wäre hier der Höchststand der Mulde um die entscheidende Höhe von etwa 35 Zentimetern gekappt worden. „Die Schäden hätten sich da drastisch minimiert“, so der Bürgermeister.

In Nossen richteten damals die Mulde und weitere Gewässer Schäden von insgesamt 1,3 Millionen Euro an. Der Bauhof der Stadt hat beispielsweise schon angelandete Geröllmassen im Mühlgraben – Bereich Imbiss an der B 101 – beseitigt, um den Abfluss zu verbessern.

Die Firma Walter Straßenbau KG aus Etzdorf wird jetzt den Rad- und Wanderweg an der Freiberger Mulde von der ehemaligen Möbelfabrik bis zur Bahnunterführung instand setzen. Die Kosten belaufen sich auf über 42 000 Euro. Auch der Weg von der Döbelner Straße bis zur Zellaer Straße soll wieder in Ordnung gebracht werden. (SZ/dh)