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Nossener Wehr soll Hilfe bekommen

Mit einem neuen Ausrückplan wollen die Feuerwehren an der Autobahn für die sich häufenden Unfälle gewappnet sein.

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Von Heike Stumpf

Wenn auf der A 4 zwischen Berbersdorf und Hainichen ein Fahrzeug brennt, Flüssigkeiten ausgelaufen sind oder ein Unfallopfer aus dem Fahrzeug befreit werden muss, werden überwiegend die Feuerwehren von Nossen und Hainichen alarmiert. Die autobahnnahen Abteilungen sind dafür zum Beispiel mit Schneid- und Spreizgeräten entsprechend ausgerüstet – und die Kameraden können damit auch umgehen. Allerdings sieht es mit der Tageseinsatzbereitschaft in den einzelnen Abteilungen unterschiedlich aus.

Da trifft es sich, dass die Feuerwehr Striegistal ihre sogenannte Ausrückeordnung ändern will. „Danach werden unsere Ortswehren in Autobahnnähe wohl stärker als bisher in diesem Bereich zum Einsatz kommen“, sagt Gemeindewehrleiter Norbert Fiedler. Bislang war bei größeren Unfällen die Hilfe der 191 aktiven Feuerwehrleute in Striegistal kaum gefragt.

Anders verhielt es sich beim Hochwasser 2013: Da spürten Gemeinderäte und Anwohner einmal mehr, wie gut es ist, sich auf die ehrenamtlichen Helfer verlassen zu können – und zwar rund um die Uhr. Im Gegenzug flossen vergangenes Jahr zu den üblichen 12 000 Euro für die Unterhaltung der Feuerwehr noch einmal 30 000 Euro in die Ausstattung der Wehren, und zwar als Ersatz für Technik, die während des Fluteinsatzes kaputt gegangen ist.

Eine andere Seite ist die personelle Besetzung: Wie in den Nachbar-Wehren sind auch in Striegistal viele Einsatzkräfte aus beruflichen Gründen auf Schicht oder auswärts tätig. „Daher rücken bei uns mehrere Wehren generell gemeinsam aus“, sagt Norbert Fiedler. Von Personalmangel spricht er trotzdem noch nicht. Damit es nicht so weit kommt, wirbt die Wehr und geht mit einer Bambini-Wehr für Vier- bis Achtjährige außergewöhnliche Wege. „Dies und die Jugendwehr mit 52 jungen Leuten sind unsere Chance, Nachwuchs zu bekommen. Auf anderem Weg gelingt das außer bei Zuzügen von Feuerwehrleuten kaum noch“, sagt der Gemeindewehrleiter. Quereinsteiger seien äußerst selten.

Eine geplante Investition sind größere Pumpen für die nächste Flut. Zudem bekommt Naundorf wahrscheinlich im Herbst ein neues Feuerwehrfahrzeug. In den Gerätehäusern Naundorf und Etzdorf sieht Fiedler ebenfalls noch Investitionsbedarf, weil die Bedingungen nicht stimmen. „Ich denke, das wird nach und nach alles“, so der Gemeindewehrleiter. „Insgesamt sind wir ziemlich gut dran.“

Welche Belastung regelmäßige Einsätze auf der Autobahn bedeuten, können sich  die Striegistaler bei ihren Nachbarn in Nossen anschauen. Die mehr als 50 aktiven Kameraden der dortigen Ortsfeuerwehr rücken nicht nur zu Bränden, Unfällen, Havarien und Hilfeleistungen im Stadtgebiet aus. Außerdem sind sie für fast 70 Kilometer auf zwei Autobahnen zuständig: auf der A 4 von Berbersdorf bis Wilsdruff und auf der A 14 vom Autobahndreieck Nossen bis Döbeln Ost. Dazu kommen noch einmal zehn Kilometer auf den Bundesstraßen B 101 und B 175. Dort findet ein großer Teil aller Einsätze statt. Weil die Nossener Wehr rund 150-mal pro Jahr ausrücken muss, hat sie zuletzt ein deutlich größeres neues Feuerwehrhaus erhalten.