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Nostalgisches Flair zieht in die Zittauer Vorstadt ein

Die Seniorenwohnanlage ist gestern offiziell eröffnet worden – und mit ihr auch eine längst vergessene Verbindung.

Von Carina Brestrich

Sie war gestern der Höhepunkt bei der Eröffnung der Seniorenwohnanlage in der Zittauer Vorstadt: Die Freigabe des Treppengässchens. Nachdem die Verbindung zwischen der Äußeren Zittauer Straße und der Straße Neue Sorge etliche Jahre aus Sicherheitsgründen gesperrt war, konnten Silke Seeliger, Chefin des Deutschen Roten Kreuzes in Löbau, und Bürgermeister Guido Storch den Durchgang offiziell für die Fußgänger eröffnen. Die Stadt hatte das Gässchen und die sich anschließende Brücke über die Seltenrein in den vergangenen Monaten wieder begehbar gemacht: So wurden die verzogenen Treppenstufen gerichtet, neues Pflaster verlegt und ein Geländer an der Brücke angebracht. Für Silke Seeliger ist das neue Treppengässchen auch ein passender Abschluss für die Arbeiten an der Seniorenwohnanlage. Die beiden Gebäude in der Äußeren Zittauer Straße Nummer 4 und 7 wurden gestern offiziell eröffnet. Sie waren in den vergangenen drei Jahren umfangreich saniert worden: In den beiden Häusern in der Nähe des Theaterplatzes sind insgesamt 28 seniorengerechte Wohnungen entstanden, vier davon rollstuhlgerecht.

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Neben den neu gebauten Gebäudeteilen der Anlage wurden auch große Teile der alten Mauern erhalten und in den Bau integriert: So treffen sich die Senioren heute im Seniorenklub unter dem alten Gewölbe. Die originalen Wände in der Hausnummer 4 wurden aufwendig mit einer Lehmschlämme versehen, die Fassaden wieder nach historischem Vorbild hergerichtet. Außerdem fanden die Bauarbeiter bei ihren Arbeiten eine historische Aufzugsanlage. Das Räderwerk konnte mit Hilfe der Hochschule Löbau-Zittau wieder hergestellt werden. Es befindet sich nun wieder an seinem ursprünglichen Ort: im Hausflur des Gebäudes Nummer 7, welches früher als Handelshaus genutzt wurde, wie Architekt Volker Augustin gestern bei einem Rundgang erklärte.

Gekostet hat die Seniorenwohnanlage insgesamt 4,5 Millionen Euro. Etwa 2,5 Millionen Euro davon wurden über Fördermittel von der Stadt, dem Freistaat und dem Bund getragen. „Fast alle Arbeiten haben außerdem regionale Firmen erledigt“, erklärte Silke Seeliger. Ihre Idee war es, die maroden Gebäude an der Äußeren Zittauer Straßen wiederzubeleben – und das trotz einiger Rückschläge, wie sich Frau Seeliger gestern erinnerte. So war unter anderem gleich nach dem Kauf der Häuser eine ganze Hauswand zum Treppengässchen hin eingestürzt. „Von sowas hat sie sich zum Glück nicht entmutigen lassen“, sagte Bürgermeister Guido Storch.

Stattdessen habe der DRK mit der Wohnanlage der Stadt ein Stück Löbau zurückgegeben. Und auch sonst werte die Anlage die Zittauer Vorstadt auf. „Das Viertel gewinnt damit an Aufenthaltsqualität“, sagte Storch. Die wird derzeit auch an anderer Stelle in dem Quartier verbessert: So wird derzeit die Heilig-Geist-Kirche saniert. Wann allerdings auch die Äußere Zittauer Straße mal generalüberholt wird, konnte der Bürgermeister gestern nicht sagen.

Ein weiterer Schandfleck wird dank des DRK aus dem Viertel jedenfalls noch verschwinden: Auf der Wiese, die an das Treppengässchen angrenzt, steht momentan noch ein baufälliges Wohnhaus. Das DRK Löbau hatte es zusammen mit den anderen Häusern gekauft, um es auszubauen. Doch wie sich herausstellte, ist dies sehr aufwendig und damit teuer. Der Abriss ist deshalb beim Denkmalschutz schon beantragt.