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Notbetrieb im Touristenzentrum

Nach dem Weggang von Katja Herold ist der tägliche Betrieb neu strukturiert. Und die Gemeinde Boxberg überdenkt ihr Verhalten als Arbeitgeber.

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© André Schulze

Von Jenny Thümmler

Im Tourismusinformationszentrum (Tiz) am Bärwalder See ist der Ausweichbetrieb gut angelaufen. Nach der Kündigung von Mitarbeiterin Katja Herold haben nun der Seebeauftragte Roman Krautz sowie Ines Mattiza, die sich sonst um Ordnung und Sicherheit am See kümmern, die Besetzung übernommen. Mal ist er da, mal sie. Dazu wurden die Öffnungszeiten leicht verkürzt. Statt bis 18 Uhr ist nun Mittwoch bis Sonntag bis 16 Uhr geöffnet.

So funktioniert es. Schließlich sollen die Touristen nicht vor verschlossenen Türen stehen. „Ich sehe mich dafür auch in einer Verantwortung“, sagt Roman Krautz, der eigentlich andere Aufgaben hat. „Die Gemeinde hat finanzielle Probleme, und Tourismus ist eine freiwillige Aufgabe.“ Da müsse man helfen. „Zumal ich hier auch viel für meine Arbeit mitbekomme.“

Die Kündigung von Katja Herold kam für die Gemeinde Boxberg überraschend. Eigentlich war der Vertrag der Veranstaltungskauffrau, die das Touristenzentrum seit fast zwei Jahren betreute, gerade bis zum 31. Dezember 2016 verlängert worden. Trotzdem legte die junge Frau ihre Kündigung auf den Tisch und wechselte zum Familienunternehmen Kunze in Weißwasser. Für die Gemeinde entstand damit eine unschließbare Lücke. Zuvor hatte schon ein weiterer Mitarbeiter des Tourismusinformationszentrums gekündigt, wodurch nun die tägliche Absicherung des Betriebs nicht mehr gewährleistet war. „Es fiel mir nicht leicht“, sagt Katja Herold. „Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen.“ Der erneut auf nur ein Jahr befristete Arbeitsvertrag sei ihr aber zu wenig gewesen, zu unsicher die Zukunft. Da war das andere Angebot einfach das bessere.

Boxbergs Bürgermeister Achim Junker war über die Kündigung „schon etwas erschrocken“, wie er sagt. Und es hat zu einem Umdenken in der Gemeinde geführt. Bislang sind sehr viele Arbeitsverträge auf ein Jahr befristet, auch bei jungen Mitarbeitern im Bauhof. Hintergrund ist die prekäre Haushaltslage. „Das wollen wir aber ändern“, sagt Achim Junker. „Die Leute bekommen demnächst unbefristete Arbeitsverträge.“ Er wolle das Ganze noch mit dem Gemeinderat besprechen, sei aber optimistisch, dass der es auch so sehe. Und dann werde für die Stelle im Tourismusinformationszentrum jemand Neues gesucht – unter Regie der Gemeinde.