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Corona in Dresden: Inzidenz sinkt weiter

Dresden liegt am Mittwoch den zweiten Tag in Folge unter der Notbremse-Schwelle. Wann könnte es Lockerungen geben? Alle aktuellen Zahlen.

Wann öffnet die Außengastronomie in Dresden wieder? Die Infektionszahlen machen Mut, dass es bald soweit sein könnte.
Wann öffnet die Außengastronomie in Dresden wieder? Die Infektionszahlen machen Mut, dass es bald soweit sein könnte. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Weniger Neuinfektionen innerhalb einer Woche bringen Dresden den zweiten Tag in Folge unter die Notbremse-Schwelle. Die Inzidenz ist am Mittwoch sogar weiter gesunken von 97 auf 93. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen mit.

Reicht das schon für Lockerungen? Nein, entscheidend ist, dass die Inzidenz an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt. Dann würde die Bundes-Notbremse in Dresden am übernächsten Tag außer Kraft treten, die neue sächsische Schutzverordnung in Kraft. Bleibt die Inzidenz so niedrig, so wäre das am kommenden Montag der Fall.

Dann könnten Biergärten und Außengastronomie wieder öffnen. Mit der Öffnung von Ferienwohnungen und Campingplätzen würde außerdem der Tourismus in der Stadt wiederbelebt. Steigt der Grenzwert über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wäre die Öffnungsperspektive erst einmal dahin. Dann müsste eine neue Fünf-Tage-Serie beginnen.

Entscheidend ist die vom Robert-Koch-Institut berechnete Inzidenz. Diese beinhaltet geprüfte Corona-Fälle und berücksichtigt nur Neuinfektionen, die in den letzten sieben Tagen gemeldet wurden. Die Zahlen, die das Gesundheitsamt jeden Mittag bekanntgibt, beinhalten unter Umständen auch weiter zurückreichende Fälle. Am Dienstag waren das zum Beispiel vier. Auf der anderen Seite fallen auch aufgrund von Meldeverzögerungen an das RKI Fälle aus der Sieben-Tage-Periode heraus. Somit lässt sich schwer abschätzen, wie hoch die Inzidenz sein wird, die das RKI am Himmelfahrtstag melden wird.

Der große Überblick über die wichtigsten aktuellen Zahlen und Entwicklungen zur Pandemie in Dresden.

Die Neuinfektionen

Das Dresdner Gesundheitsamt hat am Dienstag 116 weitere Infektionen gemeldet. Insgesamt haben sich damit bisher 29.495 Menschen in der Stadt nachweislich infiziert.

Bei 27.024 von ihnen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass sie die Infektion bereits überstanden haben. Das sind 181 mehr als am Montag. Abzüglich der Zahl aller Verstorbenen bedeutet dies, dass zurzeit 1.479 Infektionen aktiv sind - 66 weniger als am Tag zuvor. Schon in der vergangenen Woche war diese Zahl mehrere Tage hintereinander gesunken.

Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht in ein Krankenhaus eingewiesen werden musste. Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion.

Ob die Infizierten nach diesen Zeiträumen auch vollständig gesund sind oder noch mit Spätfolgen zu kämpfen haben, ist dabei irrelevant. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich um eine Schätzung handelt.

Die Virusvarianten

Die britische Virus-Variante B.1.1.7 ist mittlerweile vorherrschend in Sachsen und auch in Dresden, über 3.400 Fälle konnten in der Stadt mittels Stichproben bisher nachgewiesen werden. Deshalb weist das Gesundheitsamt nun nur noch die südafrikanische und die brasilianische Virusvariante als "besorgniserregend" aus. Von diesen Mutanten konnten in Dresden bisher 13 Fälle seit dem 6. März nachgewiesen werden.

Weitere besorgniserregende Varianten seien bisher nicht definiert worden. Die indische Mutation stehe aktuell unter Beobachtung, sei jedoch nicht als besorgniserregende Variante klassifiziert, so das Gesundheitsamt.

Die Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidet, wie scharf die Corona-Notbremse greift. Das RKI hat am Mittwoch eine Inzidenz von 92,9 gemeldet. Unter 100 werden die Corona-Regeln gelockert, sollte der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter dem Grenzwert liegen. Am Mittwoch lag die Inzidenz den zweiten Tag in Folge unter 100.

Die Lage in Dresdens Krankenhäusern

Das Gesundheitsamt hat am Dienstag zehn weitere Klinik-Einweisungen im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Seit Pandemie-Beginn im März 2020 benötigten damit 2.537 Infizierte eine stationäre Versorgung.

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten in Dresden liegt laut bundesweitem DIVI-Intensivregister am Dienstagmittag wie schon am Vortag bei 54. Die meisten dieser Patienten - aktuell 38 - müssen invasiv beatmet werden, weil sie ohne diese Hilfe nicht genug Sauerstoff bekämen.

Die hohe Zahl an Intensivpatienten hat auch damit zu tun, dass Dresdens Krankenhäuser nun Covid-Patienten aus anderen sächsischen Landkreisen behandeln, insbesondere aus dem Südwesten des Freistaates, wo die Betten- und Personallage weiterhin sehr angespannt ist.

Die Entwicklung der Todesfälle

Das Gesundheitsamt hat am Dienstag einen weiteren Covid-19-Sterbefall melden müssen. Damit sind bisher sind 1.058 Dresdner in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben. Viele von ihnen waren Alten- und Pflegeheimbewohner.

Die Todeszahlen werden in der Regel mit einiger Verspätung bekanntgegeben, weil das Gesundheitsamt mitunter selbst erst mit einigen Tagen Verzug von Sterbefällen erfährt.

Die Todesopfer

Das RKI hat 1.058 Sterbefälle nach Alter und Geschlecht ausgewertet. Fast alle Dresdner Todesopfer waren demnach mindestens 60 Jahre alt. Dreiviertel der Verstorbenen kamen aus der Gruppe der über 80-Jährigen. Insgesamt 23 Opfer waren jünger und zwischen 35 und 59 Jahren alt.

Insgesamt sind bisher rund 3,6 Prozent aller nachweislich Infizierten in der Landeshauptstadt gestorben. Ein Wert, der alle Altersgruppen berücksichtigt. Blickt man nur auf die Gruppe der über 80-Jährigen, so liegt die Fallsterblichkeit hier über den gesamten Pandemie-Zeitraum hinweg wesentlich höher, aktuell bei rund 22,3 Prozent.

Die Infizierten

Das RKI hat bisher 29.335 Fälle nach Altersgruppen und Geschlecht ausgewertet. Sie verteilen sich wie folgt:

Den absoluten Zahlen zufolge haben sich insbesondere Dresdner im Alter zwischen 15 und 59 Jahren angesteckt. In dieser Altersgruppe werden auch die meisten Neuinfektionen registriert. Kaum noch Neuinfektionen gibt es derzeit hingegen in der Altersgruppe der über 80-Jährigen.

Die Impfungen

Zu Silvester haben in Dresden die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen begonnen. Mitte Januar eröffnete schließlich das Dresdner Impfzentrum im Ostragehege. Bis zum Freitag sind über das Zentrum und die mobilen Teams mehr als 130.000 Impfdosen verabreicht worden.

Diese Gruppen dürfen sich aktuell impfen lassen. Unter Umständen sind Nachweise erforderlich, dass man zum Beispiel einen Beruf in der kritischen Infrastruktur ausübt. Einen Überblick über freie Termine bietet dieses Portal, das in Zusammenarbeit mit dem DRK betrieben wird.

So sieht es in anderen deutschen Kreisen und Städten aus

Wo spitzt sich die Lage zu? Wie steht Dresden im Vergleich mit anderen Landkreisen und kreisfreien Städten da? Die tägliche Deutschland-Karte zeigt die tagesaktuelle Wocheninzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner.

Aufgrund der Meldewege können sich die hier angezeigten Daten für Dresden von denen des städtischen Gesundheitsamtes unterscheiden.

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