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Nünchritz unterstützt Dorffeste

Vorausgesetzt, sie finden statt. Eine Corona-Notvariante des Bürgermeisters wurde erst einmal vertagt.

Erstmals fand am Montagabend wegen Corona eine Gemeinderatssitzung in der Wackersporthalle Nünchritz statt.
Erstmals fand am Montagabend wegen Corona eine Gemeinderatssitzung in der Wackersporthalle Nünchritz statt. © Jörg Richter

Nünchritz. Der Austragungsort der Gemeinderatssitzung war ungewöhnlich und zum Teil gewöhnungsbedürftig. Erstmals haben sich die Räte in der großen Wackersporthalle getroffen, um wegen der Abstandsregeln genügend Platz zwischen den Einzeltischen zu haben. Mitglieder des Technischen Ausschusses kannten bereits diese Ausweichvariante. Doch für die anderen Gemeinderäte war es eine neue Erfahrung. 

Jeder setzte sich hin, wo er wollte. Die strenge Verteilung der Fraktionen, wie sie aus dem Sitzungssaal im Dorfgemeinschaftshaus bekannt ist, war dahin. Vom Bürgermeisterstuhl aus betrachtet saß SPD-Mann Udo Schmidt untypischerweise ganz rechts. Und CDU-Fraktionschef Holger Rautschek, der trotz seines Geburtstages pflichtbewusst zum Gemeinderat erschien, nahm links hinten Platz, wo im Bundestag die Erzfeinde von den Linken sitzen. 

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Doch einmal mehr wurde deutlich, dass es im aktuellen Nünchritzer Gemeinderat dieser nachwendezeitlichen Abgrenzung aus der Ära, als noch Frank Münzinger hiesiger Bürgermeister und Helmut Kohl deutscher Bundeskanzler war, nicht bedarf. Fast alle Beschlüsse wurden einstimmig getroffen. Quer über alle Parteien und Gruppierungen hinweg.

So beschlossen die Nünchritzer Gemeinderäte auch gemeinsam, dass alle Vereine, die einen Zuschuss für öffentliche Dorf- und Vereinsfeste in diesem Jahr beantragt haben, diesen auch erhalten sollen.

Bürgermeister: "Vereine haben Ausgaben"

Diesem Beschluss vorausgegangen war eine längere Debatte über eine Idee des Bürgermeisters Gerd Barthold (CDU). Er schlug vor, die Fördermittel trotz der aktuellen Corona-Krise an die sieben Vereine, die einen Antrag gestellt haben, herauszugeben. "Auch wenn die Feste wegen Corona abgesagt wurden oder noch in der Schwebe hängen, haben die Vereine ja Ausgaben", sagt er. 

Diese Ausgaben würden über die Einnahmen der Dorffeste refinanziert. Doch ohne Veranstaltungen, gibt es keine Einnahmen und drohen Einbußen bei den Vereinen, die eigentlich nur das Dorfleben bereichern wollen. "Es ist nur ein Gedanke, um die Vereine im Notfall über Wasser zu halten", so Barthold.

Dafür erhielt er breite Zustimmung aus allen Fraktionen. Doch dann folgten alle Gemeinderäte dem Einwurf Rautscheks, der Beschlussvorlage wie ursprünglich geplant, zuzustimmen. "Damit erhalten die Vereine, die ihre Projekte noch vor sich haben, Planungssicherheit", so der Christdemokrat. 

Maximal 500 Euro Zuschuss

Maximal 500 Euro können Vereine für Projekte gemäß Nünchritzer Vereinsförderrichtlinie erhalten. Im Detail bedeutet das aktuell: Der Schützenverein Diesbar-Seußlitz erhält 500 Euro Zuschuss für sein Schützenfest am 5. und 6. September, der Verein Goltzscha anno 2006 e. V. 450 Euro für sein Dorffest vor den Sommerferien, der Biathlon- und Schützenverein Nünchritz/Glaubitz 500 Euro für sein öffentliches Vereinsfest im Herbst, der TSV Merschwitz 500 Euro für sein Sportfest Ende Juni, der Reit- und Fahrverein Glaubitz-Roda 500 Euro für das diesjährige Reit- und Springturnier am 29. und 30. August sowie der Tourismusverein Diesbar-Seußlitz 500 Euro für die Federweißermeile im Herbst. 

Der FSV Wacker Nünchritz hatte eine Unterstützung von 200 Euro für das Anradeln im April geplant. Doch zu der Aktion, die vom Regionalmanagement Elbe-Röder-Dreieck initiiert wurde und die das Sportcasino zum Ziel hatte, kam es nicht. 

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"Die Vereine sollen noch einmal signalisieren, ob sie ihre Veranstaltungen durchführen oder wegen Corona absagen", so der Bürgermeister. Nach dem jetzigen Beschluss gibt es das Geld nur, wenn die Dorf-, Sport- und Vereinsfeste auch stattfinden. Bartholds Vorschlag, den Vereinen unabhängig davon die in Aussicht gestellten Fördermittel trotzdem auszuzahlen, ist erst mal vom Tisch. "Wenn viele oder sogar alle Vereine ihre Feste notgedrungen absagen müssen, kann man im Herbst noch mal darüber sprechen." 

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