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Nun heißt es handeln

Leserbrief

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Heiko Frey aus Dippoldiswalde schreibt zum Beitrag „Dipps soll mehr aus Bergbau-Historie machen“, SZ vom 21. November:

Es war vor ungefähr fünf bis sieben Jahren. In Freiberg begann man mit ersten Gedanken zur Montanregion Erzgebirge. In Dippoldiswalde zeigten sich, bedingt durch heftige Niederschläge im Jahr 2002, vermehrt Tagebrüche vom Altbergbau. Angesprochen auf ein mögliches Engagement bei der Montanregion Erzgebirge erwiderte der damalige Bürgermeister Bellmann, dass er keinen Zusammenhang zwischen Dippoldiswalde und dem Bergbau zu erkennen vermöge. Gleichzeitig schwenkte er jedoch seinen Hut bei einer Bergparade zur Weihnachtszeit. Die neue Tradition hielt allerdings nicht einmal ein Jahr.

Nun, ein paar Jahre später und um einige wichtige Erkenntnisse reicher, stellt sich Dippoldiswalde zunehmend als Krönung der archäologischen Forschung für den Altbergbau heraus. Die Historiker reden nur noch in Superlativen. Und Dippoldiswalde?

„Dass wir in Dipps etwas Besonderes sind, haben wir schon lange gewusst. Ich hoffe nur, dass es außer viel Ehre auch finanziell etwas für uns gibt“ – wird der amtierende Bürgermeister Kerndt unlängst in der Sächsischen Zeitung zitiert. Die Ehre, von der der Bürgermeister in diesem Zusammenhang spricht, haben unsere Altvorderen mit viel Schweiß und bestimmt auch Blut erarbeitet. Wie dieser Schatz nun aber veredelt wird, obliegt in der Gegenwart den Bürgern – unter Führung des Bürgermeisters – selber. Hoffen ist hier fehl am Platz, nun heißt es handeln. Geld muss man sich eben auch verdienen.

Und so erscheint es merkwürdig, dass ein begonnenes Konzept für den Tourismus, für das bereits ein erkleckliches Sümmchen Geld von einigen Tausend Euro ausgegeben wurde, klammheimlich in der Schublade verschwindet.