merken
PLUS Politik

Nun heißt es Joe Biden gegen Donald Trump

Bernie Sanders steigt aus dem US-Präsidentschaftsrennen aus. Jetzt muss Joe Biden die Demokraten einen, um Donald Trump zu schlagen.

Joe Biden, ehemaliger US-Vizepräsident unter Barack Obama und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung.
Joe Biden, ehemaliger US-Vizepräsident unter Barack Obama und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung. © Jeff Roberson/AP/dpa

Von Juliane Schäuble

Diese Entscheidung war überfällig. Bernie Sanders beendet seinen Wahlkampf und macht den Weg frei für Joe Biden als Herausforderer von US-Präsident Donald Trump. Der politisch linksstehende Senator erklärte am Mittwoch, seine Kampagne gewinne zwar den „ideologischen Wettstreit“. Er sei aber zu der Überzeugung gekommen, dass es „faktisch unmöglich“ geworden sei, noch zu gewinnen.

„Daher gebe ich heute die Aussetzung meines Wahlkampfes bekannt“, sagte der 78-Jährige am Mittwoch in einem Livestream zu seinen Anhängern aus einem Haus in Burlington im Bundesstaat Vermont.

Anzeige
Bereit für die Berufswelt?
Bereit für die Berufswelt?

Beste Chancen für den Start in die Berufswelt sichern und Ausbildung bei den Orthopädischen Werkstätten Görlitz starten!

Sanders bedankte sich bei seinen Unterstützern und versprach ihnen, der Kampf für eine gute Krankenversicherung für alle Amerikaner, die ein „Menschenrecht“ sei, für faire Löhne und gegen Ungleichheit gehe weiter. Die Entscheidung, seine Bewerbung zu beenden, sei ihm nicht leicht gefallen. Wenn er noch an die Möglichkeit eines Sieges geglaubt hätte, wäre er weiter im Rennen geblieben.

Sanders bezeichnet Biden als „sehr anständigen Mann“

Sanders gratulierte Biden, den er einen „sehr anständigen Mann“ nannte. Viel mehr hatte Sanders, der sich als selbst als „demokratischen Sozialisten“ charakterisiert, aber nicht über seinen innerparteilichen Rivalen zu sagen. Auch kündigte er an, dass sein Name weiter auf den Stimmzetteln bei den noch anstehenden Vorwahlen bleiben werde.

Bis zum Nominierungsparteitag, der wegen der Coronavirus-Epidemie von Mitte Juli auf Mitte August verschoben wurde, will er weiter Stimmen sammeln, um dann das Wahlprogramm in seinem Sinne beeinflussen zu können. „Diese Kampagne kommt an ihr Ende, aber unsere Bewegung nicht“, sagte er.

Sanders hatte 13 Monate lang einen beeindruckenden Wahlkampf absolviert, der vor allem junge Wähler enorm mobilisierte. Zu seinen häufig Rockkonzerten ähnelnden Veranstaltungen kamen manchmal mehr als 20.000 Anhänger – genau um diese Wähler muss sich der als moderat geltende Biden nun besonders bemühen. Denn eine Spaltung kann sich die Demokratische Partei nicht leisten, will sie gegen Trump im November gewinnen.

Biden wirbt um Unterstützer des Unterlegenen

Kurz nach Sanders’ Auftritt meldete sich der 77-Jährige daher auch zu Wort und bedankte sich bei dem Unterlegenen. Sanders habe nicht nur einen wichtigen Wahlkampf geführt, sondern erfolgreich eine politische Bewegung geschaffen, die weiter großen inhaltlichen Einfluss haben werde. Themen wie soziale Ungleichheit, den Klimawandel, eine Krankenversicherung für alle Amerikaner sowie kostenlose Universitäten habe er erfolgreich ins Zentrum der politischen Debatte gerückt. Seine Bewegung sei „heute so einflussreich wie gestern“, erklärte Biden.

Er und Sanders seien sich nicht in allem einig, verfolgten jedoch letztlich die gleichen Ziele. Biden versprach Sanders’ Anhängern, weiter für dessen Anliegen zu kämpfen, und warb um ihre Unterstützung: „Ich hoffe, ihr werdet euch uns anschließen.“

Weiterführende Artikel

Joe Biden brüskiert Afroamerikaner

Joe Biden brüskiert Afroamerikaner

Joe Biden ist auf die Stimmen der Afroamerikaner angewiesen, will er Präsident Trump ablösen. In einem Interview langte er nun verbal daneben.

Obama unterstützt Biden

Obama unterstützt Biden

Lange schwieg Obama dazu, wen er für den besten Herausforderer von Trump hält. Nun spricht sich der Ex-Präsident für seinen früheren Vize aus.

Wegen der Coronakrise war der US- Wahlkampf zuletzt weitgehend zum Erliegen gekommen. Diverse Bundesstaaten verschoben ihre für März und April angesetzten Vorwahlen auf einen späteren Zeitpunkt. Lediglich Wisconsin scherte aus und hielt seine Vorwahl trotz hitziger Diskussionen und gegen den Willen des dortigen Gouverneurs wie geplant an diesem Dienstag ab.

Mehr zum Thema Politik