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Nur noch dreispurig zur Autobahn

Der Freistaat lässt den B178-Abschnitt Nostitz-A4 nicht mehr vierspurig planen. Dagegen formiert sich Widerstand.

Von Thomas Mielke

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Wenn die Ferne ruft

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Es sieht danach aus, als müssten sich die Autofahrer auf eine ziemlich komische neue B178 einstellen: Der Freistaat lässt den Abschnitt von Nostitz zur A4 ausschließlich nur noch dreispurig planen. „Grundsätzlich ist eine Planung mit einem geringeren Querschnitt als bislang geplant notwendig“, teilte das zuständige sächsische Verkehrsministerium gestern auf SZ-Anfrage mit. „Daher ist ein vierspuriger Ausbau nach diesen Anforderungen nicht mehr möglich.“ Demnach würden die Autofahrer in Richtung Zittau von der vierspurigen A4 bei Weißenberg auf eine dreispurige B178n wechseln. Bei Nostitz wird die Straße wieder vierspurig. Von Löbau zur Landesgrenze bei Zittau geht es dann erneut dreispurig weiter.

Um Löbau können die Autos auf vier Spuren die neue B178 entlangbrausen. Wenn es nicht nochmal eine überraschende Wende gibt, wird der Abschnitt von Nostitz bis Löbau der einzige vierspurige bleiben. Fotos (2): Matthias Weber

Auch der Verlauf des vorletzten noch zu bauenden Abschnitts ist wieder offen. „Es werden Trassen geprüft, die westlich der bisher geplanten Straßenachse an die Bundesautobahn 4 anbinden“, heißt es in der Antwort des Ministeriums an die SZ. Demnach wird der Knoten der neuen Straße mit der Autobahn nicht mehr bei Wasserkretscham gebaut, sondern weiter in Richtung Bautzen. Der Grund für das Abspecken auf drei Spuren: Die Gegner der Trasse hatten bei einer Anhörung der Betroffenen im vergangenen Sommer in Löbau die bisher prognostizierte Verkehrsbelastung der Straße in Zweifel gezogen. Bisher wurde davon ausgegangen, dass 17 500 Fahrzeuge die fertiggestellte Straße pro Tag nutzen werden – was einen vierspurigen Ausbau gerechtfertig hätte. Nun sagt die Prognose nur noch 12 500 Autos am Tag voraus. „Insbesondere die abnehmende Verkehrsentwicklung hat die Planung des Projekts überholt“, so das Verkehrsministerium. „Hinzu kommt eine immer strengere Rechtsprechung gegen Trassen, die europäische Naturschutzgebiete queren.“

Während die SPD-Fraktion im sächsischen Landtag die neuen Planungen in einer gestern verschickten Mitteilung begrüßt, formiert sich im Altkreis Löbau-Zittau Widerstand dagegen. Man könne die Neuausrichtung der Planungen nicht einfach so hinnehmen, sagte Landtagsabgeordneter Stephan Meyer (CDU) gestern. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Er will zuallererst am Donnerstag von Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) unter anderem in Erfahrung bringen, ob es wirklich keine andere Lösung gibt. Zudem will er die vor Jahren eingeschlafenen Beratungen einer Arbeitsgruppe mit dem Ministerium wieder aufleben lassen.

Auch die Interessengruppe für die neue B178 findet deutlich Worte. „Für die Region wäre das eine Katastrophe“, sagte Sprecher Michael Hiltscher. Man werde sich mit der Absage an den vierspurigen Ausbau nicht zufrieden geben. Bei der Bundesstraße handele es sich um eine internationale Vorrangtrasse und nicht um die Verbindung von ein paar Städten und Dörfern. Bei der Vorhersage der Verkehrsbelastung ist das seiner Meinung nach noch nicht stark genug berücksichtigt worden. Und er fordert alle Befürworter auf: „Die Region muss jetzt sagen, was sie will.“Auf ein Wort

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