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Döbeln

Der Mann, der sich selbst halbierte 

Nur Socken und Schuhe passen noch: Mario Pohl hat bei einer TV-Abnehmshow sein Gewicht nahezu halbiert. Das Wichtigste ist für ihn nicht das Preisgeld.

Statt Kleidergröße 6XL trägt Mario Pohl nach seinem Erfolg bei der Abnehmshow nun die Größe L oder XL.
Statt Kleidergröße 6XL trägt Mario Pohl nach seinem Erfolg bei der Abnehmshow nun die Größe L oder XL. © Willi Weber/SAT.1

Großweitzschen. Er hat alles geschafft, was er sich vorgenommen hatte. Mario Pohl aus Jeßnitz hat 101 Kilogramm abgenommen und damit bei der Sat.1-Abnehmshow „The Biggest Loser“ gewonnen. 50.000 Euro Preisgeld bekommt er dafür, doch das ist nicht die Hauptsache,

Besonders wichtig für ihn ist, dass er sich gesund und fit fühlt und endlich wieder mit seiner Familie zusammen sein kann. „Nach fünfeinhalb Monaten und dem Finale bin ich so ziemlich wieder im normalen Leben angekommen. Bis dahin bin ich unter dem Radar geflogen, habe meine ganze Kraft dafür eingesetzt, um mein Ziel zu erreichen“, so Mario Pohl.

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Doch so ganz scheint der Alltag noch nicht eingezogen zu sein. „Seit dem Gewinn herrscht viel Aufregung um meine Person“, meinte der 39-Jährige. Am Montag gab er Interviews im Sat.1-Morgenfernsehen und dann hatte er noch jede Menge andere Termine. 

Viele Leute hätten ihn in den sozialen Medien beglückwünscht, andere, die auch abnehmen wollen, hätten Fragen. „Doch ich konnte einfach noch nicht alles beantworten. Ich bitte um etwas Geduld“, so Mario Pohl.

Am 1. Mai war er schon wieder in München bei einer Charity-Veranstaltung. Dort traf er einige Konkurrenten, Freunde und auch Teilnehmer der vorhergehenden Abnehmshows. Diesmal durfte seine Familie dabei sein.

Mit 193 Kilogramm Gewicht startete Mario Pohl. Insgesamt 101 Kilogramm hat er abgenommen.
Mit 193 Kilogramm Gewicht startete Mario Pohl. Insgesamt 101 Kilogramm hat er abgenommen. © Willi Weber/SAT.1

Mario Pohl startete mit einem Gewicht von 193 Kilogramm. Nun wiegt er aktuell 106 Kilogramm und ist sehr glücklich. „Gesundheitlich ging es mir nie besser, auch wenn ich im Finale etwas müde aussah. Da hat mich der Wettkampf geschafft“, so Pohl. Nun habe er sich körperlich stabilisiert und fühle sich „wie das blühende Leben“.

Die Ernährung habe er umgestellt und er treibe regelmäßig Sport. Das sei auch notwendig. Seine Haut hat nicht so abgenommen wie sein Gewicht. „Da ist schon noch einiges schlaff und hängt herunter. Doch das werde ich mit regelmäßigem Kraftsport auch noch hinbekommen. Meine Frau hat mich geliebt, als ich noch dick war und sie liebt mich auch, wenn die Haut nicht ganz ausgefüllt ist“, sagte Mario Pohl. Unters Messer würde er sich nicht freiwillig begeben, um die Haut wieder zu straffen.

T-Shirt vom Sohn geborgt

Die Kleidergröße 6XL ist passé. Der Jeßnitzer hat sich neu einkleiden müssen. Nur Socken und Schuhe passen noch. Er trägt nun die Größe L oder XL. „Übergangsweise habe ich mir T-Shirts von meinem 13-jährigen Sohn geliehen. Aber nun habe ich mich neu eingekleidet“, so Mario Pohl.

Das sei nun auch alles viel einfacher als zuvor. „In Döbeln Klamotten zu bekommen, ist bei meiner Größe aussichtslos. Es gibt nur wenige Läden, die Übergrößen führen und die sind dann auch nicht preiswert“, so der Geschäftsmann. Er würde auch gern einmal bei Sonderangeboten zugreifen, doch da gibt es keine“, sagte der Geschäftsführer des Montageunternehmens Porös GbR in Jeßnitz und Familienvater zu Beginn der Sat.1-Abnehmshow. Solche Gedanken muss er sich nun nicht mehr machen.

Und nicht nur das Einkaufen war vorher umständlich. Auch der Berufsalltag. Denn auch wenn Mario Pohl Geschäftsführer ist, einen Partner und drei Angestellte hat, muss er trotzdem mit auf die Baustellen. Und Montagearbeit ist nicht nur schwer, sondern man muss auch auf Gerüste. Wer die Gerüstklappen kennt, weiß, dass es bei dem Gewicht und der Köperfülle nicht einfach ist, hindurchzupassen. Auch das ist nun kein Problem mehr.

Weil Mario Pohl sein Gewicht halten will, stehen weiterhin täglich Sporteinheiten auf dem Plan. „Zwar nicht so krass wie während der Abnehmshow, aber trotzdem regelmäßig.“

Feststehe, eine solch extreme Gewichtsabnahme ist nicht im Alltag möglich. „Das sage ich jedem, der mich fragt“, so Mario Pohl. Wichtig sei neben dem Sport die Ernährung. Die mache 70 bis 80 Prozent beim Abnehmen aus. Zu 99,5 Prozent sei er auf Geflügelfleisch umgestiegen. Es gebe maximal ein Rindersteak, Schweinefleisch gar nicht mehr. „Ich kann nur sagen, Finger weg von Softdrinks, also süßen Getränken. Der Körper braucht Wasser. Ungesüßter Tee ist auch gut“, so Mario Pohl.

Er habe eine Vorliebe für Rosenkohl. Verschieden angerichtet könne er ihn früh, mittags und abends essen. Rosenkohl sei eines der gesündesten Lebensmittel, habe wenig Kalorien und einen starken Eigengeschmack. Außerdem rät der Abnehmprofi dazu, dem Körper dann Energie zur Verfügung zu stellen, wenn er sie braucht.

Also nicht am späten Abend, bevor man sich auf das Sofa lege. Auch seine Familie stelle die Ernährung schrittweise, aber nicht so drastisch um. „Denn auch mein 13-jähriger Sohn hat ein paar Kilogramm zu viel und will dagegen angehen“, sagte Mario Pohl. Sein Sohn sei stolz auf den Vater und habe großes Verständnis, dass dieser sich für die Abnehmshow entschieden hat.

Und eins versichert Mario Pohl. Er sei der Kerl geblieben, der er vor der Show gewesen ist – ein Kumpel, mit dem man viel Spaß haben und auf den man sich verlassen kann.

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