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Nur vier Schnitte

Krebserkrankungen an Speiseröhre und Prostata können im Krankenhaus Friedrichstadt jetzt noch besser untersucht und operiert werden. Die Mediziner wurden dafür auf neue Behandlungsmethoden und Geräte spezialisiert.

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Von Linda Barthel

Krebserkrankungen an Speiseröhre und Prostata können im Krankenhaus Friedrichstadt jetzt noch besser untersucht und operiert werden. Die Mediziner wurden dafür auf neue Behandlungsmethoden und Geräte spezialisiert.

Neuerung 1: Strahlungsarme Diagnose von Krankheiten

Mit einer neuen Technik werden im Krankenhaus seit Kurzem Knochenbrüche, Blutungen und innere Verletzungen diagnostiziert. Bei der sogenannten Computertomografie (CT) werten die Mediziner Röntgenaufnahmen des Körpers am Computer aus.

Bisher war das Verfahren jedoch nicht ungefährlich. „Röntgenstrahlung ist für uns von großem Nutzen, kann aber auch schädlich sein und zu Tumorbildung führen“, erklärt Thomas Kittner, Chefarzt der Radiologie.

Deshalb wird jetzt mit einer Technologie gearbeitet, bei der die Strahlung ganz niedrig dosiert wird.Die Computertomografie-Bilder bleiben trotz der um 83 Prozent reduzierten Strahlenbelastung präzise. Der Patient wird auch weiterhin dreidimensional dargestellt.

Neuerung 2: Krebs kann noch eindeutiger untersucht werden

Zur noch genaueren Erkennung von Prostatakrebs wird im Krankenhaus eine neue Technik eingesetzt. Die sogenannte Magnetresonanztomografie (MRT) erlaubt einen Blick ins Körperinnere, um Tumore zu lokalisieren. Seit Kurzem liefert dabei die sogenannte Endorektalspule hochaufgelöste Bilder der Prostata. Sie verbleibt während der Untersuchung im Enddarm des Patienten.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Tumor zu lokalisieren, ist mit dieser Technik von rund 20 auf 52Prozent gestiegen. „Wir erhalten eine hochaufgelöste Diagnostik der Prostata, wie sie so vorher in noch keiner Art und Weise möglich war“, sagt Kittner.

Neuerung 3: Speiseröhre mit schonender Methode entfernt

Bei einer neuen Operationsmethode der Speiseröhre spielt weniger Technik die Rolle, als das Fingerspitzengefühl der Ärzte. Seit Kurzem wird im Krankenhaus Speiseröhrenkrebs mit einer schonenden Methode operiert. Eine gesamte Öffnung des Brust- und Bauchraumes wird dadurch überflüssig. Stattdessen werden vier kleine Schnitte am Bauch gesetzt, um die Speiseröhre zu entfernen.

Für den Patienten hat die neue Operationsmethode mehrere Vorteile. So ist die Heilungsphase kürzer und mit weniger Schmerzen verbunden. Außerdem gibt es keine große Bauchnarbe, wodurch die Entzündungsgefahr geringer ist.

Neuerung 4: Wirbel werden

mit Knochenzement gefüllt

Auch bei schmerzhaften Wirbelkörperbrüchen wird seit Kurzem eine neue Methode angewendet. Bei der sogenannten Radiofrequenz-Kyphoplastie werden poröse Wirbel mit einem gummiartigen Knochenzement aufgefüllt. Die zähe Masse zerstört die feinen Wirbelstrukturen nicht und wirkt substanzerhaltend.

„Dank der Zugabe von Radiofrequenzenergie erreicht der Zement einen dickflüssigen Zustand. Dadurch kann der Wirbel ohne zusätzliche Maßnahmen stabilisiert werden“, erklärt Felix Bonnaire, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie. Die Operationsdauer und der Heilungsprozess werden durch das knochenschonende Verfahren zudem erheblich verkürzt.