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Nur wenige Theater haben schauspielende Senioren

Zwölf Stücke in zehn Jahren hat der Theaterseniorenclub auf die Bühne gebracht. Dem sollen noch viele folgen.

Von Jan Lange

Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Theaterseniorenclub (TSC) des Gerhart-Hauptmann-Theaters. Mit den Schauspielern Dora Meinck und Dieter Trenkler sprach die SZ über Hoffnungen, Ängste und Pläne der Laientheatertruppe.

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Der Theaterseniorenclub war lange ein alleiniges Projekt des Theaters, nun wird er gemeinsam mit der Hillerschen Villa betreut. Ist dies ein Vorteil?

Trenkler: Es war auf jeden Fall kein Nachteil. Während wir früher fast nur im Theater aufgetreten sind, zeigen wir unsere Stücke nun auch in anderen Orten wie Löbau, Dresden, Großhennersdorf, Görlitz und Herrnhut. Dies verdanken wir unserer jetzigen Leiterin, Mechthild Roth, die von der Hillerschen Villa kommt.

Wie haben Sie von den Plänen erfahren, dass der Theaterseniorenclub abgeschafft werden soll?

Meinck: Wir haben es aus der Zeitung erfahren. Vom Görlitzer Landrat bis hin zum Ministerpräsidenten haben wir alle angeschrieben, dass der Theaterseniorenclub weiter existieren soll. Es gibt nur wenige Theater, die einen eigenen haben. Der frühere Intendant Roland May hatte ihn ins Leben gerufen. Er wollte der Tatsache, dass in der Region viele ältere Menschen leben, Rechnung tragen. Mit Herrn May sind wir noch eng verbunden. Natürlich bleibt die Angst bestehen, dass irgendwann mal die Finanzierung wegbricht.

Ist der Theaterseniorenclub für Sie die erste schauspielerische Erfahrung?

Meinck: Eigentlich wollte ich Sängerin werden, aber meine Eltern konnten die Ausbildung nicht bezahlen. Und so habe ich als Statistin im Theater gearbeitet. Die Proben waren nachts. Tagsüber war ich immer müde, bis mein Chef mir verboten hatte, weiter als Statistin zu arbeiten. Eine frühere Theaterkollegin warb mich dann für den Theaterseniorenclub.

Nach zehn Jahren und zwölf Theaterstücken gibt es da nicht Überlegungen, auch mal aufzuhören?

Meinck: In zwei Monaten werde ich 85. Aber selbst mein Arzt sagt, dass ich bleiben soll. Wenn ich auf der Bühne stehe, spüre ich meine Rückenschmerzen nicht mehr. Meine Kinder sagen, dass ich dadurch ein ganz anderer Mensch geworden bin.

Gibt es wegen des Alters der Mitglieder nicht öfter mal Wechsel in der Truppe?

Trenkler: Bei den Jugendgruppen ist es schlimmer, die machen ihr Abi und sind dann weg. Wir sind über die Jahre ein relativ fester Stamm geblieben. Eines unserer Mitglieder, Edith Dreßler, ist leider verstorben. Und andere sind aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. Mit Christel Gorgius und Elvira Kulins haben wir aber seit Kurzem wieder zwei neue Mitglieder.

Arbeiten Sie an einem neuen Stück?

Meinck: Ja. Wir haben den Ehrgeiz, das neue Stück im September oder Oktober erstmals aufzuführen. Derzeit sind wir noch relativ am Anfang, die Rollen sind noch nicht einmal verteilt.

Bis zum Herbst wird man Sie also nicht mehr auf der Bühne erleben können?

Meinck: Am 29. September gibt es noch mal eine Vorstellung unseres Stücks „Die Scharfensteins“ im Hainewalder Schloss.

Heute, 15 Uhr, feiert der Theaterseniorenclub im Foyer des Zittauer Theaters sein zehnjähriges Bestehen. Die Gäste können in einer kleinen Videoschau Ausschnitte aus den zwölf Stücken sowie live gespielte Szenen erleben.