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O-See-Streit: Zittaus OB weist Kritik zurück

Die Stadt werde Olbersdorf bei der Wasserrettung unterstützen, sagt Thomas Zenker. Eine konkrete Anfrage aus der Gemeinde liege dazu aber gar nicht vor.

Der Badebetrieb am Olbersdorfer See soll zwar von Rettungsschwimmern beaufsichtigt sein, doch nicht immer stehen Ehrenamtliche zur Verfügung.
Der Badebetrieb am Olbersdorfer See soll zwar von Rettungsschwimmern beaufsichtigt sein, doch nicht immer stehen Ehrenamtliche zur Verfügung. © Matthias Weber

Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) hat am Mittwoch mit scharfen Worten auf die Äußerungen seines Olbersdorfer Amtskollegen Andreas Förster (FDP) in der Debatte um die Absicherung der Wasserrettung am Olbersdorfer See reagiert. 

Um es überhaupt möglich zu machen, dass Rettungsschwimmer am See Dienst tun können, hatte die Gemeinde Olbersdorf die alleinige Verantwortung übernommen und erst vor Kurzem eine Vereinbarung mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und der DRK-Wasserwacht geschlossen: Die Gemeinde stellt Ausrüstung und Infrastruktur zur Verfügung, die Rettungsschwimmer sichern den Dienst ehrenamtlich.

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Aber die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder, die für die Einsätze infrage kommen, sind zu wenige, um den gesamten Sommer über am See präsent sein zu können. So hat es sich schon in dieser Woche gezeigt, in der kein ehrenamtlicher Rettungsschwimmer zur Verfügung steht.

Weil dies ein generelles Problem ist, drängt Olbersdorfs Bürgermeister auf eine tragfähigere Lösung, die eine ständig besetzte Badeaufsicht garantiert. Das könne aber nicht allein Aufgabe der Gemeinde sein, argumentiert Andreas Förster - und spielt in dem Zusammenhang auf Unterstützung der Stadt Zittau an, die genau wie Olbersdorf von dem einst als gemeinsames Landesgartenschau-Projekt entwickelten Naherholungsgebiet profitiert.

Försters Kritik allerdings, die Stadt und ihr Oberbürgermeister würden auf seine Schreiben nicht reagieren, weist Thomas Zenker scharf zurück: Die Stadt Zittau sei sehr wohl bereit, Olbersdorf beim Thema Wasserrettung am See zu unterstützen - und das schon seit 2018. Aber eine konkrete Anfrage durch die Gemeinde Olbersdorf an die Stadt liege bisher gar nicht vor.

Sobald eine konkrete Anfrage vorliege, werde der Stadtrat dazu beraten, so Zenker. "In Zittau ist die Bedeutung des Olbersdorfer Sees für den Tourismus und die Naherholung unserer Bürgerschaft unumstritten", bekräftigt er den Willen der Stadt, sich zu beteiligen, macht aber nochmals darauf aufmerksam, dass dafür der Stadtrat das letzte Wort hat.

Olbersdorfs Problem liegt aber tiefer. Nach wie vor steht die Gemeinde auf dem Standpunkt, dass der Landkreis die Wasserrettung unter dem Dach des Rettungsdienstes verantworten müsste. Der hatte sich aber zurückgezogen mit der Begründung, die Badeaufsicht sei Sache der Kommune.

Ein bereits im vergangenen Jahr angestrebter dreiseitiger Vertrag zwischen dem Landkreis, bei dem die Stadt Zittau neben Olbersdorf im Boot gewesen wäre, ist wegen dieser Sicht des Kreises ebenfalls nicht zustande gekommen. Das bedauert auch Thomas Zenker: "Die Beteiligung des Landkreises – auch wenn dieser nicht zuständig sein sollte – sei wünschenswert und würde durch Zittau unterstützend mit eingefordert."

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So rät der OB seinem Amtskollegen nun: Solange die grundsätzliche Frage der Zuständigkeit nicht endgültig geklärt ist - der sächsische Landtag plant, sich demnächst mit dem Thema zu beschäftigen - "sollte die Gemeinde Olbersdorf hier die Verantwortung übernehmen und die Stadt Zittau um eine wie auch immer geartete, aber konkret formulierte Unterstützung anfragen." Der Ball liegt also wieder bei Olbersdorf. Wie die Sache ausgeht, ist offen.

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