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Warum sich der OB über neues Amt freut

Mit dem Bau des neuen Landratsamtes verliert Löbau einige Behörden. Aber gewinnt auch etwas ganz wichtiges dazu.  

OB Buchholz freut sich, dass in Löbau ein Bürgerbüro des Landkreises öffnen soll.
OB Buchholz freut sich, dass in Löbau ein Bürgerbüro des Landkreises öffnen soll. © Archivfoto: tompic

Der Kreistag hat es vor Kurzem beschlossen: die Kreisverwaltung bekommt ein neues Gebäude. Für über 50 Millionen Euro soll das Landratsamt in Görlitz saniert und ein neues Gebäude gebaut werden. Das hat auch Auswirkungen auf Löbau. Denn in der Stadt am Berge sind in Außenstellen des Landratsamtes mehrere Ämter untergebracht. Das Umweltamt beispielsweise und das Amt für Vermessungswesen. Mit dem neuen Landratsamtsgebäude werden die Ämter zentralisiert, die Mitarbeiter weitestgehend am Standort in Görlitz gebündelt. Kreisrat Heinz Pingel (Die Linke) erklärt, was das für Löbau konkret bedeutet: 170 Landratsamts-Mitarbeiter verlassen die Stadt als Arbeitsplatz. "145 werden noch bleiben", so Pingel. Ob das großen Einfluss, zum Beispiel auf die Kaufkraft in der Stadt haben wird, könne man jetzt nicht sagen. Pingel sieht den Wegzug eher kritisch aus Sicht der Einwohner: "Es muss Anlaufstellen für die Bürger geben." 

Die soll es tatsächlich weiterhin auch außerhalb von Görlitz geben - sogar mit mehr Service für die Bürger. Wie Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) erklärte, sollen im Zuge des Neubaus Weißwasser und Löbau als erste Standorte Bürgerbüros des Landkreises bekommen. Dort werden künftig zum Beispiel auch wieder Kfz-Zulassungen möglich sein. 

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OB Buchholz begrüßt diese Entwicklung - obwohl er auch durchblicken ließ, dass er den Landratsamts-Neubau generell für eine überteuerte Maßnahme hält. "Umweltamt und Vermessungswesen, das ist ja für die Bürger nicht so wichtig", so der Oberbürgermeister. "Aber wenn man künftig in Löbau zum Beispiel wieder sein Auto zulassen kann, finde ich das eine gute Sache." Diese bürgernahen Dienstleistungen seien für die Einwohner viel wichtiger und müssten vor Ort bleiben, so der OB. Auch das Jobcenter, das Langzeitarbeitslose betreut, weiß Dietmar Buchholz, bleibe in Löbau. 

Der Standort für das neue Bürgerbüro scheint bereits festzustehen. Wie Buchholz jetzt im Stadtrat schilderte, habe er mit Vertretern des Landkreises bereits das ausgewählte Objekt besichtigt. Demnach soll das Bürgerbüro im Einkaufsareal an der Sachsenstraße ansässig werden. "Das ist zentral gelegen und nicht weit vom Bahnhof", plädiert der OB für den Standort. Anlaufstelle soll das Büro künftig für die Einwohner aus Löbau und Umgebung bis ins Oberland werden. "Wir haben hier ein großes Einzugsgebiet", sagt Dietmar Buchholz. Er sagt schon jetzt voraus, dass das neue Löbauer Landkreis-Büro der Standort sein wird, den die meisten Bürger aufsuchen werden. 

Das Umweltamt ist eines der Ämter, das in Löbau verschlankt werden soll. 
Das Umweltamt ist eines der Ämter, das in Löbau verschlankt werden soll.  © Rafael Sampedro

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