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Obdachlosenheim soll 2018 öffnen

In der Wetterwarte 34 werden Suchtkranke untergebracht. Die Weixdorfer haben da etliche Fragen.

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© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Weixdorf. Was wird aus dem Gebäude Zur Wetterwarte 34? Das wollen die Weixdorfer genau wissen. Es steht seit Langem leer. Zunächst war das Haus Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche. Im Zuge der Flüchtlingskrise wurde es dann für 1,4 Millionen Euro zum Asylbewerberheim umgebaut. Mit dem Ausbleiben der Flüchtlinge musste das Haus nie als solches genutzt werden.

Dann wurde bekannt, dass hier obdachlose Menschen untergebracht werden sollen. „Wir als Weixdorfer sind ja unmittelbar betroffen, da die Wetterwarte 34 direkt an unserer Ortsgrenze liegt“, sagt Ortsvorsteher Gottfried Ecke (CDU).

Anja Dietze von der Dresdner Stadtverwaltung bestätigt, dass in dem Haus Obdachlose untergebracht werden. Bei ihnen liegt aber Besonderheit vor. Es handelt sich um Suchtkranke. „Das ist meist eine Alkoholabhängigkeit. Oft kommt aber die Abhängigkeit von einer anderen Substanz dazu. Manche leiden auch unter einer psychischen Erkrankung“, sagt sie. Nach ihren Angaben werden die Menschen tagsüber von Sozialarbeitern betreut. Einige seien auch Pflegefälle, die entsprechende weitergehende Hilfe erhalten. Bisher waren die Süchtigen auf die Obdachlosenheime in Dresden verteilt und lebten mit anderen Wohnungslosen zusammen.

Derzeit gibt es sieben Übergangswohnheime in der Stadt Dresden. „In der Wetterwarte 34 sind die Betreuer tagsüber anwesend, dennoch ist die Einrichtung rund um die Uhr besetzt.“ Rund 50 Bewohner sollen in dem Haus untergebracht werden. „Das wird nur zeitweilig geschehen. Wir sind bestrebt, die Menschen wieder in einem normalen Umfeld unterzubringen. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass einige auch über einen längeren Zeitraum an der Wetterwarte wohnen werden.“ Um die Versorgung müssen sie sich selber kümmern. Sie teilen sich Gemeinschaftsküchen.

Die obdachlosen Menschen wenden sich meist selbst an das Sozialamt mit der Bitte um Unterstützung. „Wenn wir dann bei ihnen noch die Suchterkrankung feststellen und auch mit einer betreuten Unterbringung einverstanden sind, prüfen wir, ob sie in der Wetterwarte 34 untergebracht werden können.“

Nach Angaben der Rathausmitarbeiterin wird mit einer öffentlichen Ausschreibung noch in diesem Jahr nach einem Betreiber gesucht. Mitte oder Ende des kommenden Jahres könnte die Einrichtung dann in Betrieb gehen. Baulich müssen offenbar keine allzu großen Veränderungen vorgenommen werden. „Das Haus ist schon jetzt barrierefrei, das ist wichtig.“ Für Umbauarbeiten stehen nach Angaben der Stadt insgesamt rund 150 000 Euro zur Verfügung.

Für Weixdorfs Ortsvorsteher Gottfried Ecke ist es zwingend notwendig, dass um das Gebäude ein Zaun gezogen wird. „Zum einen zum Schutz der Bewohner und es muss doch überprüfbar sein, wer in dem ein- und ausgeht.“ Dass die Bewohner in dem Bereich mit Drogen handeln, hält sie für unwahrscheinlich. Entsprechende Befürchtungen kann sie aber auch nicht ganz ausräumen. „Die Gefahr ist nicht höher als anderswo in der Stadt.“

Aktuell sind in Dresden 320 Obdachlose in städtischen Unterkünften untergebracht. 331 Plätze stehen in Heimen und 16 Wohnungen bereit.