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Löbau

Obduktion: Gewalt gegen Bernstädter Baby

Die Rechtsmedizin hat in ihrem vorläufigen Bericht deutliche Hinweise auf Misshandlungen gefunden. Nun unterstützen Spezialisten die Ermittlungen.

Baby zu schütteln kann zu schwersten Verletzungen und zum Tod führen. Auch beim Bernstädter Fall gibt es Hinweise auf Schütteltraumen.
Baby zu schütteln kann zu schwersten Verletzungen und zum Tod führen. Auch beim Bernstädter Fall gibt es Hinweise auf Schütteltraumen. © dpa

Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat im Fall des verstorbenen Bernstädter Babys weitere Erkenntnisse erlangt. Nach Angaben von Staatsanwalt Sebastian Matthieu liegt ein vorläufiger Obduktionsbefund vor, der definitiv Anlass gibt, die Ermittlungen weiter voranzutreiben. Derzeit sitzt die 19-jährige Mutter des Säuglings, der nur knapp drei Monate alt geworden ist, in Chemnitz in Untersuchungshaft.

Laut den rechtsmedizinischen Untersuchungen weise der Körper des Kindes "diverse Zeichen von Gewalteinwirkungen zu unterschiedlichen Zeiten" auf, benennt Staatsanwalt Matthieu die bisherigen Erkenntnisse. Auch Hinweise auf sogenannte Schütteltraumen - Verletzungen, die entstehen, wenn man den Körper eines Säuglings heftig hin und her schüttelt - gebe es. Oftmals kommt es dabei zu Knochenbrüchen oder anderen schweren inneren Verletzungen, weil die kleinen Körper solcher Krafteinwirkung nicht gewachsen sind. Derzeit seien Spezialisten der Klinik in Hamburg Eppendorf damit beauftragt, hier noch genauere Untersuchungen durchzuführen, erklärt Matthieu.

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Mutter: Kind von Sofa gefallen

Auch die Frage, was genau an dem schicksalhaften 17. Februar in Bernstadt passiert ist, muss noch genauer beleuchtet werden. Die Mutter des kleinen Jungen schildert die Ereignisse bislang so: Das knapp drei Monate alte Kind habe auf dem Sofa gelegen und sei heruntergerollt. Deshalb sei sie anschließend im Görlitzer Klinikum vorstellig geworden. Dort habe man, so erklärt Staatsanwalt Matthieu, rasch festgestellt, dass man dem Kind hier nicht ausreichend helfen könne und es nach Dresden an die Uniklinik überwiesen.

Leider hatten auch die Ärzte dort keine Chance, den Jungen zu retten, sodass er an den Folgen der erlittenen Verletzungen einige Tage später verstarb. Ausschlaggebend für die Anzeige und die Festnahme der Mutter waren dann Hinweise auf Misshandlungen, die Ärzte und Rechtsmediziner in Dresden am Uniklinikum festgestellt hatten. Ermittelt wird deshalb wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Hinweise auf Überforderung?

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Die 19-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Sie soll den drei Monate alten Säugling so stark misshandelt haben, dass das Kind inzwischen gestorben ist.

Viele Fragen sind unterdessen noch zu klären, hieß es von der Staatsanwaltschaft, beispielsweise auch, ob und welche Hinweise zu einer Kindesgefährdung es im Vorfeld beim Jugendamt des Landkreises in diesem Fall gegeben habe. Nach SZ-Informationen hatten Personen, die den Eltern des verstorbenen Babys nahe stehen, beim Amt aufmerksam gemacht, dass die Gefahr einer Überforderung bestehe. Man ermittle aber weiterhin insgesamt in alle Richtungen, beleuchte und befrage auch das Umfeld näher, betont Staatsanwalt Matthieu, der auch aus ermittlungstaktischen Gründen weitere Details derzeit nicht benennen kann.

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