merken
PLUS

Oberbürgermeister zeichnet ein spannendes Zukunftsbild

Beim Neujahrsempfang gab Siegfried Deinege einen Überblick über die großen Vorhaben der nächsten Jahre: Brautwiesenbogen, Stadthalle, See. Manche Überraschung gab’s auch.

© nikolaischmidt.de

Von Daniela Pfeiffer

Das war ja eine ganze Menge.“ Und: „Schön, dass alles mal so zusammengefasst zu hören.“ Bei den Gästen des Neujahrsempfangs kamen Siegfried Deineges Worte am Donnerstag gut an. Weit über eine Stunde hatte er im „Gut am See“ in Tauchritz ein Bild der Stadt gezeichnet – so wie sie gerade ist und so wie sie bald sein könnte. Natürlich stand mit dem Berzdorfer See eine von Deineges Chefsachen im Redemanuskript. „Berzdorfer See bei Görlitz“ nannte ihn der Oberbürgermeister mit Blick auf die aktuelle Debatte um den Seenamen. „Da sind alle zufrieden“, meinte er augenzwinkernd. Recht überraschend ließ er einen Imagefilm zum See vorführen, der noch ganz frisch und noch nicht offiziell freigegeben ist. Den hätte er als Geschäftsführer der Europastadt Görlitz-Zgorzelec (EGZ), der er zurzeit ist, eben mal in Auftrag gegeben. Ein Marketinginstrument soll es werden, zuerst will der OB ihn auf eine Fachmesse nach Leipzig mitnehmen. In dem Streifen kann der Zuschauer den entwickelten See sehen – das machen Animationen von Feriendorf, Hotel, Insel der Sinne oder Campingplatz möglich. Vielleicht kommt nicht alles so, wie dort zu sehen ist. Animation heißt auch Phantasie, findet der OB. Aber vieles sei Realität. Immerhin sind sieben Bauanträge für See-Projekte schon eingereicht. Allein 7,8 Millionen Euro steckt die Stadt in den nächsten zweieinhalb Jahren in die See-Entwicklung. Er sehe den See als einen der wichtigsten Marketingfaktoren für die Stadt. Aber nur, wenn beides im Pakt beworben werde – Stadt und See.

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht trocken: Der OB stellte Katharina Poplawski als künftige Projektleiterin für den See vor. Ab 1.März wird sie zentrale Ansprechpartnerin für das Thema sein.
Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht trocken: Der OB stellte Katharina Poplawski als künftige Projektleiterin für den See vor. Ab 1.März wird sie zentrale Ansprechpartnerin für das Thema sein. © nikolaischmidt.de

Eine See-Koordinatorin soll ab März dafür sorgen, dass alle Vorhaben rund um den Berzdorfer See koordiniert und begleitet werden. Für viele ebenfalls etwas überraschend stellte Deinege sie auch gleich vor: Katharina Poplawski, eine gebürtige Polin, die in den vergangenen 20 Jahren viel in Deutschland und Österreich gearbeitet hat, ist ab 1. März neue Mitarbeiterin der EGZ. Erst am Tag des Neujahrsempfanges hatte sie ihren Vertrag unterschrieben.

Das innerstädtische Bild soll sich in den nächsten Jahren ebenfalls deutlich wandeln. Bürgermeister Michael Wieler fasste noch einmal die Pläne für die Gründerzeitstadt zusammen. Diese soll mit Brautwiesenbogen, neuem Senckenberg-Museum und der Erweiterung des Landratsamtes extrem verändert und aufgewertet werden. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass auch die obere Berliner Straße – eines der Stiefkinder der Stadt – eine völlig neue Fassung bekommt. Sämtliche Förderprogramme hat die Stadt für diese Großprojekte angezapft. „Wir stecken alle Kraft da rein“, so Michael Wieler.

Für Stadtplaner Hartmut Wilke ist der Brautwiesenbogen eines der größten Vorhaben. Da leiste die Stadt Entwicklungsarbeit. Etwa 25 Millionen Euro sollen in den Grünen Gürtel zwischen Bahnhof und Schlachthof investiert werden und damit die dortige Wohngegend von ihrem seit jeher schlechten Image befreit werden.

Große Visionen sind es, die die drei Männer aus dem Rathaus da am Donnerstag ins Schwärmen gerieten ließen. Vieles davon haben sie schon auf den Weg gebracht. Dennoch kam der OB in seiner Rede immer wieder zurück in die Gegenwart. Denn wer kann schon eine rosige Zukunft malen, wenn er die Herausforderungen der Gegenwart nicht meistert. Doch auch da versicherte Deinege, sei die Stadt auf einem gutem Weg. Egal, ob es die Flüchtlingsfrage mit all ihren Schwierigkeiten ist, die Stadthalle, für die es noch immer keinen konkreten Weg gibt oder die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs in Görlitz, die nach Vertragsende mit Veolia ab 2018 neu geregelt sein muss. All diese Dinge würden ihn täglich beschäftigen. So viel Arbeit gebe es, dass es für zwei oder drei Amtszeiten reichen würde.

Bei all dem, beteuerte der OB, lege er nach wie vor Wert darauf, die Bürger im Boot zu haben, sie an politischen Entscheidungen zu beteiligen. „Die Stärke einer Stadt wächst nicht aus ihrer Sanierung, sondern aus einer starken Gemeinschaft.“