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Oberes Elbtal bleibt ohne Flutschutz

Pirna. Bad Schandau ist vor einem Elbehochwasser nicht zu schützen. Bei der nächsten großen Flut droht der Stadt das gleiche Schicksal wie 2002 oder 2013. Die Lage im engen Tal der Elbe und an der Mündung der Kirnitzsch lässt keinen wirkungsvollen Hochwasserschutz zu.

Pirna. Bad Schandau ist vor einem Elbehochwasser nicht zu schützen. Bei der nächsten großen Flut droht der Stadt das gleiche Schicksal wie 2002 oder 2013. Die Lage im engen Tal der Elbe und an der Mündung der Kirnitzsch lässt keinen wirkungsvollen Hochwasserschutz zu. Das gehört zu den Aussagen, die am Donnerstagabend bei einem öffentlichen Hochwasser-Forum in Bad Schandau von Experten getroffen wurden. Zwar sind seit 2002 in Sachsen rund 1,5 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert worden, doch dessen Wirkung entfaltet sich entlang der Elbe erst ab Heidenau und Dresden.

Das angestrebte Ziel, ein alle 100 Jahre zu erwartendes Hochwasser (Stärke HQ 100) abzufangen, muss im Oberen Elbtal reduziert werden. Nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung ist für Heidenau ein neuer Damm geplant, der die Vorgaben erfüllt. Für die Pirnaer Altstadt sind derzeit nur Maßnahmen für ein Hochwasser der Stärke HQ 50 in der Planung. Weiter elbaufwärts sind lediglich an einigen Orten Schutzbauten der Größe HQ 20 angedacht. Die konkrete Planung dieser Baumaßnahmen beginnt jedoch frühestens 2017.

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Mobile Flutschutzwände, wie sie beispielsweise den Dresdner Stadtteil Pieschen schützen, wird es in der Sächsischen Schweiz vorläufig nicht geben. Jede Maßnahme müsse in Relation zu den zu schützenden Gütern gestellt und abgewogen werden, sagte Stefan Dornack von der Landestalsperrenverwaltung.

An der oberen Elbe können nur Hochwasserschutzmaßnahmen weiter elbaufwärts in Tschechien helfen. Dort wurde seit 2002 zwar auch investiert, beispielsweise in Schutzwände in Prag. Natürliche Überschwemmungsflächen, sogenannte Retentionsflächen, sind aber nicht dazugekommen, erklärte Professor Martin Socher vom sächsischen Umweltministerium.