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Oberes Müglitztal sucht Anschluss an die Datenautobahn

Die Internetverbindung nach Fürstenwalde ist zu schwach. Wie geht’s nun weiter?

Von Mandy Schaks

Nach der guten Nachricht kam auch schon die schlechte: Ende März konnte Altenberg endlich mit dem Ausbau des schnellen Internets beginnen, aber die Signale werden nach derzeitigen Erkenntnissen wahrscheinlich nicht die letzten Häuser von Fürstenau und Fürstenwalde erreichen. Das könnte schlimmstenfalls bedeuten, dass in den Dörfern momentan überhaupt nicht die schnelle Datenautobahn gebaut werden kann.

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Denn die Stadt Altenberg erhält für die Versorgung des ländlichen Raumes mit Breitbandanschluss viele Fördermittel, und die sind an Bedingungen geknüpft. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Daten mindestens mit einer Geschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde durch die Leitungen rauschen, erklärte Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) jüngst im Stadtrat das Problem. „Bis Januar war ich guter Hoffnung, dass das alles funktioniert“, sagte er. Doch nun stellt sich die Lage anders dar. Kirsten will sich damit aber nicht abfinden.

Denn der Stadtrat hat lange daran gearbeitet, um ein zukunftsfähiges Paket zu schnüren, damit in allen Ortsteilen schnelles Internet verfügbar ist. Dank großzügiger Förderung ist es möglich, rund eine Dreiviertelmillion Euro zu investieren. Von Falkenhain aus wird kilometerweit Glasfaserkabel gezogen. Dazu kommen starke Signalverstärker. So sollen nach und nach Waldidylle, Ober- und Waldbärenburg, Schellerhau, Hirschsprung, Geising, Zinnwald-Georgenfeld, die Biathlonarena und die Wetterwarte sowie Liebenau ans Netz. Wenn die Einwohner und Unternehmen Glück haben und nah genug am nächsten Schaltverteiler ihre Computer stehen haben, können sie sogar mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde im Internet surfen.

Doch für Fürstenwalde und Fürstenau ist derzeit nicht mal die schmale Variante von zwei Megabit garantiert. „Wir müssen hier eine Lösung finden“, sagte Kirsten, „damit die Leute nicht abgekoppelt sind.“ Der Verwaltungsausschuss des Stadtrates hat inzwischen die Stadtverwaltung beauftragt, mit dem Projektpartner Telekom noch einmal zu verhandeln. Wie Bauamtsleiter Andreas Gabler am Montagabend zur Stadtratssitzung informierte, soll das Unternehmen bis Ende April ein Angebot vorlegen, was es kostet, die beiden Dörfer genau wie die anderen Orte solide mit zu erschließen. Parallel dazu gibt es Gespräche mit dem Landratsamt, ob Altenberg eventuell noch weitere Fördermittel bekommen kann. Bei der Gelegenheit soll noch ein weiteres Problem geklärt werden, das sich inzwischen auch noch gezeigt hat. Die Internetverbindung in Bärenstein ist zu dürftig, bringt es gerade mal auf zwei Megabit. Das sei für Unternehmen nicht akzeptabel, machte Kirsten deutlich. Dort könnte allerdings die Lösung einfacher sein, weil wohl schon die schnelle Datenautobahn durchs Müglitztal verläuft und sich dort eine Verbindung gerade zum Gewerbegebiet herstellen lässt. Die Gespräche sind für den 15. April vorgesehen.