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Oberlandstadt bekämpft Giftpflanze

Im Neugersdorfer Stadtwald hat sich zuletzt Riesen-Bärenklau breit gemacht. Die Stadt geht gegen die Pflanzen vor.

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© Matthias Schumann

Von Patrick Richter

Neugersdorf. Mit dem Riesen-Bärenklau ist nicht zu spaßen: Die Pflanze mit den großen weißen Blüten und gezackten Blättern ist giftig und kann bei Hautkontakt für Verätzungen sorgen. In Neugersdorfs Stadtwald hatte sich ein Vorkommen dieser ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Neophyten eingeschlichen. Die Stadtverwaltung geht nun gegen die Giftpflanze vor.

Vor einer Woche wurden die entdeckten Vorkommen beseitigt: „Es wurde an zwei Stellen im Stadtwald Neugersdorf eine Bekämpfung durchgeführt“, sagt Andreas Köhler, Sachgebietsleiter für Liegenschaften in der Stadtverwaltung von Ebersbach-Neugersdorf, „Es ist nun erforderlich, zu beobachten, ob es gelungen ist, die Pflanzen zu vernichten oder ob sie wiederkommen.“ Denn der Riesenbärenklau lässt sich nicht leicht unter Kontrolle bringen, wenn er einmal da ist: Bis zu 30 000 Samen bilde eine einzelne Pflanze und diese könnten selbst nach 15 Jahren noch keimen, wie Hans-Gert Herberg vom Naturschutzzentrum Zittauer Gebirge informiert. Die Bekämpfung kann also mehrere Jahre dauern. Oftmals entstünden Populationen, wenn Kleingärtner die Überreste dieser Pflanze vom eigenen Grundstück nicht ordnungsgemäß entsorgen und gar an den Waldrand werfen. Stattdessen sollten die Pflanzen nach dem Entfernen in einen Müllbeutel gesteckt, oder gleich verbrannt werden, meint Herberg.

Weil die Samen der Pflanze so hartnäckig sind, kann es also sein, dass trotz der neulichen Bekämpfung der Neophyten, weiterhin Pflanzen vom Riesen-Bärenklau im Stadtwald wachsen. Wer einem Exemplar über den Weg läuft, sollte lieber auf Abstand bleiben. Das Gift der Pflanze reagiert bei Lichteinstrahlung auf der Haut und kann sehr schmerzhafte Verbrennungen hinterlassen. Die Pflanze also selbst ohne Schutzanzug zu beseitigen, ist gefährlich. Stattdessen kann das Vorkommen der Stadtverwaltung gemeldet werden.

Eine Meldepflicht, für den Riesen-Bärenklau gibt es zwar zumindest im Landkreis Görlitz nicht – die Verantwortung habe da immer der Grundstücksbesitzer, wie das Landratsamt bekannt gibt – bei der Stadt Ebersbach-Neugersdorf möchte man der invasiven Giftpflanze aber keine Chance geben, sich im Stadtwald breit zu machen. „Wir werden jedenfalls dranbleiben“, verspricht Andreas Köhler.