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Oberlausitz: Frühjahr viel zu trocken

Deutlich weniger Regen als üblich fiel in diesem Jahr bisher. Das hat große Auswirkungen auf die Wälder im Landkreis Bautzen.

Von Mitte März bis Mitte April fiel im Landkreis Bautzen viel zu wenig Niederschlag. Nun ist der Boden sehr trocken.
Von Mitte März bis Mitte April fiel im Landkreis Bautzen viel zu wenig Niederschlag. Nun ist der Boden sehr trocken. © Symbolfoto: dpa/Julian Stratenschulte

Bautzen. Nur 5,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter sind in diesem Jahr von Mitte März bis Mitte April im Kreis Bautzen gefallen. Das zeigt die Wetterstation in Hoyerswerda, teilte das Landratsamt mit. Zum Vergleich: Üblich ist das Zehnfache, nämlich 50 Liter pro Quadratmeter. „Die Witterung war kritisch“, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes.

Denn die Trockenheit hat Folgen: Im nördlichen Teil des Landkreises Bautzen herrscht jetzt die Waldbrand-Gefahrenstufe vier; es gilt hohe Gefahr. „Auch über das kommende Wochenende ist mit sehr hoher Waldbrandgefahr zu rechnen“, sagt die Sprecherin der Kreisverwaltung.

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Bereits zweimal hat es in diesem Jahr in Bautzens Wäldern gebrannt; das ist allerdings weniger als im Vorjahr. 2019 hatte es zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Mal gebrannt. Die Ursache für die vergleichsweise geringe Waldbrandzahl in diesem Jahr sieht das Landratsamt in den wegen Corona geltenden Ausgangsbeschränkungen. Denn: Die meisten Brände würden durch Menschen verursacht. Und „immerhin sind weniger Menschen im Wald, fahren mit dem Auto umher und arbeiten im oder am Wald“, so die Sprecherin.

Nicht nur auf die Waldbrandgefahr hat die Trockenheit große Auswirkungen, sondern auch auf die Borkenkäferplage. Ein Borkenkäferjahr dauert von Juni bis Mai. Im aktuellen Jahr, Stichtag 31. März, sind im Landkreis Bautzen durch den Buchdruckerkäfer allein mehr als 270.000 Festmeter Schadholz an Fichten angefallen. Hinzu kommen mehr als 90.000 Festmeter an Kiefern durch andere Borkenkäferarten.

„Die Schadholzmenge durch Buchdrucker entspricht dem Dreifachen des Vorjahres und dem 90-fachen des langjährigen Mittels“, erklärte die Landkreissprecherin. „Die Schadholzmenge durch Kiefernprachtkäfer hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verzehnfacht, bei den Kiefernborkenkäfern ist der Anstieg noch höher.“

Weil der Winter so trocken war, sei zu erwarten, dass viele Käfer ihn überstanden hätten – und für das Jahr 2020 „ein katastrophales Schadgeschehen zu erwarten ist“.

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