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"Öffnet die Schulen in Dresden wieder!"

Der Kreiselternrat kritisiert die Behörden und fordert einen schnellen Unterrichtsbeginn.

Der Dresdner Kreiselternrat kritisiert die Behörden und fordert schnellen Unterrichtsbeginn.
Der Dresdner Kreiselternrat kritisiert die Behörden und fordert schnellen Unterrichtsbeginn. © dpa/Marijan Murat (Symbolfoto)

Dresden. Seit Montag sind die Dresdner Abschlussklassen wieder an den Schulen, ab dem 4. Mai sollen andere Schüler schrittweise folgen. Wie genau das aussehen könnte, skizziert Kultusminister Christian Piwarz (CDU) im Podcast von Sächsische.de. Denkbar sei eine Mischung aus Präsenzphasen an den Schulen und Heimunterricht bis zu den Sommerferien. Zu einer derzeit diskutierten Verkürzung der Ferien sagt er: "Man soll niemals nie sagen." 

Nun wird die Kritik an den Schulschließungen wegen Corona lauter. Der Kreiselternrat Dresden wendet sich mit einem offenen Brief an das Kultusministerium und das Landesamt für Bildung und fordert "alsbald die häusliche Lernzeit zu beenden und den Schulbetrieb wieder aufzunehmen".

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Der Vorsitzende Martin Raschke betont, aus Sicht vieler Eltern erfolge eine Öffnung der Schulen erst nach dem 4. Mai viel zu spät. "Bei einer angestrebten und erforderlichen Immunisierung von 70 Prozent der Bevölkerung würden wir Jahre benötigen, um eine Herdenimmunität zu erreichen". Das sei nach dem 4. Mai auch nicht anders.

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"Wer sorgt sich um das Wohl der Kinder, die nun bereits im 2. Monat allein zu Hause - getrennt von Freunden, Familienangehörigen und Klassenkameraden - sitzen?", fragt Raschke.  Ein Kontakt zu Freunden müsse, mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, möglich sein. Raschke fragt weiter: "Wer federt den Stress der Eltern ab, die nun weiterhin die Heimarbeit mit der Erfassung, Bewältigung und Überwachung der Lernzeit verbinden müssen?" Hier gäbe es durchaus kurzfristig umzusetzende Optionen: Für ältere Jahrgänge, bei denen schon mehr selbstständiges Arbeiten erwartet wird, könnten regelmäßige Konsultationszeiten eingerichtet werden, zu denen die Lehrer schauen könnten, ob und wie Schüler mit dem außerschulischen Lernen zurechtkommen, und die Schüler entsprechend Fragen stellen könnten. Das würde Schülern mit Lernschwierigkeiten genauso helfen, wie Schülern, denen zu Hause sowohl die Bedingungen als auch die nötige Unterstützung und Motivation fehlen. 

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Für die jüngeren Jahrgänge könnten auch solche Konsultationszeiten - aufgeteilt in kleine Gruppen und über die Woche verteilt – eingerichtet werden, um nicht dauerhaft Wissenslücken und auch emotionale Belastungen zu verursachen. Der Elternrat schlägt vor, vor Wiederaufnahme müsse der Schulkonferenz ein schulindividuelles Konzept vorgestellt werden, das auch abgelehnt werden kann. Der Unterricht solle möglichst in offenen Räumen oder an der frischen Luft stattfinden. Ein weiterer Vorschlag: Die Reduzierung der Klassenstärke auf ein Drittel oder die Hälfte durch zeitlich versetzten Unterricht. Außerdem sollen Reinigungspläne und Desinfektionsspender aufgestellt werden.  

Martin Raschke betont, es sei wichtig, festzulegen, welche Lehrplaninhalte im zweiten Schulhalbjahr noch umsetzbar sind und sich dabei auf Hauptfächer und Kernthemen zu konzentrieren. Im Rahmen der Durchführung der schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen sei zu beachten, dass für die Schüler, die den Nachtermin für das Ablegen der schriftlichen Arbeiten in Anspruch nehmen, auch ein Nachholtermin für die mündlichen Prüfungen angeboten wird.    

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